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[1]: 1887
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Marienbild wurde auf das Sorgfältigste an seinem Orte an der Linde ver-wahrst mit Blumen geschmückt und so viel als möglich verherrlicht. DieStätte wurde zu Ehren Mariä Heimsuchung eingeweiht und fromme Pilgerkamen, das h. Meßopfer daselbst zu verrichten, sowie weither Pilger wall-ten, um ihr kummerschweres Herz an dieser Stätte vor Gott und Mariaauszugießen und fromme Opfergaben darzubringen. Diesen Altar findetman noch zu Albendorf, in der sogenannten Todtenkapelle, nahe der jetzigenschönen Marienkirche.

Der immer größere Andrang von Wallfahrern aus allen Ständenführte dazu, neben der Linde ein Kirchlein aus Holz zu bauen. Die überdem Altare in derselben befindliche Jahreszahl 1261 deutete das Jahr derErbauung an. Auf dem Altare wurde das Gnadenbild aufgestellt.

Der damalige Besitzer von Albendorf, Ludwig von Panowetz, war einsehr frommer Mann und Verehrer der allerseligsten Jungfrau. Dieser hattedas oben genannte Kirchlein erbaut, welches von dem Bischöfe von Olinützzu Ehren Mariä Heimsuchung geweiht worden. Vom Baue des Kirchleinswird folgende fromme Sage erzählt:

„Das Kirchlein sollte bis zum Feste Mariä Heimsuchung vollendetsein, aber bei aller Anstrengung war dies nicht möglich. Der Bauherrjammerte und flehte zu Gott um Beistand, daß er ihm helfen möge, seinZiel zu erreichen. Als am Sanistag die Arbeiter Feierabend gemacht undnach Hause gingen, begegnete ihnen ein schöner edler Jüngling, der sie ehr-erbietig grüßte und zu ihnen sprach, daß er den Auftrag habe, ihre Arbeit,während sie ruhen würden, fortzusetzen und zu vollenden. Als sie am Mon-tag ihre Arbeit wieder beginnen wollten, fanden sie das Kirchlein, welchessie bis zum Dachstuhl fertig gebracht, ganz vollendet vor ihren Augen stehen.Alle staunten über das schöne Gotteshaus. Der Bauherr Panowetz, der imtiefen Herzenskummer über sein geliebtes Kirchlein, daß es solle bis zumFeste unvollendet bleiben, zu Bette gegangen war, hatte einen freudigenTraum. Es war ihm, als wären Engel gekommen, die in kurzer Zeit undin aller Stille den Bau vollendeten. Wie sehr erstaunte er nun, als erdas Kirchlein wirklich vollendet sah. Nun erinnerten sich auch die Arbeiterdes wunderbaren Jünglings, den sie unbeachtet hatten ziehen lassen, verwun-derten sich höchlich darüber und priesen Gott."

Das Gotteshaus stand nun in einfacher Schönheit vollendet da undunzählige Wallfahrer strömten herbei, das Engelskirchlein zu sehen, indemselben zu beten und der Gnaden theilhaftig zu werden, welche die seligsteJungfrau dort so reichlich spendete. Lange hatte das Engelskirchlein gestan-den und viele Andächtige hatten hier Trost und Hülfe gefunden. Da derRaum des Kirchleins zu klein wurde, so mpßte man Anstalten treffen, einegrößere Kirche zu bauen. Es wurde demnach am 27. Mai 1695 der Grund-stein zu der jetzigen Kirche gelegt. Die Kirche ist nach dem Muster des