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Heilandes verwendet. Das Mitglied des dortigen PrämonstrateuserstiftesMgnus Sträub und der Laienbruder Lukas Schwaiger setzten dieselbe ausverschiedenen aus dem Speicher gefundenen Stücken älterer aus Holz ge-schnitzten Bilder zusammen. Der Leib wurde mit Leinwand überzogen undmit Oelfarben übermalt. So wurde das Bild an eine Säule befestigt und1732— l 734 in feierlicher Prozession umgetragen.
In dein Büchlein: „Neu entsprossene Gnadenblume auf der Wies,gedruckt 1746", sowie in einem Berichte des Steingadener Corwentualen BeimSchröpf v. I. 1778 wird nun nachstehendes Ereigniß vom Jahre 1733 ge-meldet. Das Bild war nebst anderen Figuren in dem Säulengange desKlosters ausgestellt. Da gingen mehrere Schüler, Convent-Knaben genannt,in diese Halle, um die dort befindlichen Vorstellungen für die Charfreitags-Prozession zu sehen. Unter diesen 'Knaben war einer von ungefähr 15 Jahrender das Bildniß des gegeißelten Heilandes unehrerbietig am Barte zupfte^Da bewegte sich die leblose Statue dergestalt, daß die an Händen und Fü-ßen befindlichen Ketten ein großes Getöse machten, so daß der jugendlicheFrevler vor Schrecken zu Boden stürzte und längere Zeit vor der Statuein bewußtlosem Zustande auf der Erde lag, alle Anderen aber davon liefenund eine Zeit lang, ohne reden zu können, einander anstaunten. AusFurcht vor Strafe begaben sie sich wieder zu ihrem ohnmächtig darnieder-liegenden Kameraden, richteten ihn wieder auf und versprachen sich gegen-seitig unverbrüchliches Stillschweigen. Es blieb dieses Ereigniß auch geheim,bis im Jahre 1743, als dieses Bild schon in der Kapelle zu Wies aufge-stellt war, derselbe Frevler, nunmehr bayerischer Soldat, dasselbe vormehreren Klostergeistlichen offenbarte. — Im Jahre 1735 wurde das Bildnicht mehr in der Prozession umgetragen, sondern in einer Kleiderkammer desKlosters aufbewahrt. Nachdem es dort zwei Jahre gestanden, erhielt es derGastwirth Jeremias Rehle in Steingaden, der es am 14. Mai 1738 derBäuerin Maria Lory von Wies schenkte. Diese brachte es voll Freuden inihr Haus zu Wies und stellte es in ihrer Kammer auf.
Als sie am 14. Juni 1738 ihre Abendandacht vor dem Bilde ver-richtete, sah sie einige Tropfen in den Augen desselben, welche sie für Thrä-nen hielt. Dasselbe bemerkte sie am folgenden Morgen. Erstaunt rief sieihren Mann herbei, der die herabhangenden Tropfen abtrocknete. Am Tagedarauf eilte sie nach Steingaden und zeigte den Vorfall ihrem Beichtvaterund dem Prälaten an. Diese legten ihr vorab Stillschweigen aus und soblieb das Bild noch 1^/z Jahre in ihrer Kammer. Als dann aber nebendem Hause des Bauers Lorp eine Kapelle gebaut wurde, ward das Bilddes gegeißelten Heilandes in dasselbe gebracht. Bald wurde die Andachtzu diesem Bilde allgemein und von allen Seiten strömten die Gläubigenherbei; um ihre Andacht vor demselben zu verrichten. Es wurde nun zunächst ein hölzernes, 44 Fuß langes Langhaus an die Kapelle gebaut. Da
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