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inzwischen noch verschiedene wunderbare Gebetserhörungen vorkamen, soverfügte das bischöfliche Ordinariat zu Augsburg auf Antrag des Abtes vonSteingaden eine Untersuchung. Vom 14. bis 16. September 1745 hieltendie bischöflichen Commissare in Wies das Verhör ab und das Resultat warein günstiges für die Wallfahrt.
Abt Hyacinth von Steingaden faßte i. I. 1745 den Entschluß, einegroße Kirche in Wies zu erbauen. Da er aber bald darauf starb, so fieldiese Aufgabe seinem Nachfolger Marian II. anheim. Am 10. Juli 1746erfolgte im Auftrage des Kurfürsten Maximilian Joseph III- durch denProbst Herculan von Diessen die Grundsteinlegung und 1749 war dasChor vollendet und wurde am 24. August vom Prälaten eingeweiht. Am31. August wurde das Gnadenbild auf den Hochaltar des Chores übertragen.In demselben Jahre verlieh Papst Denedikt XIV. allen Wallfahrern voll-kommenen Ablaß, der jedoch von 7 zu 7 Jahren erneuert werden mußte,bis Papst Gregor XVI. ihn am 14. April 1845 für ewige Zeiten be-stätigte. Nunmehr nahm die Wallfahrt immer zu; 1747 bis 1750 zählteman 240,000 Communicanten.
Die Kirche wurde 1754 vollendet und am 1. September diesesJahres von dem Weihbischofe von Augsburg eingeweiht. Sie ist 180 Fußlang, 81 Fuß breit und 100 Fuß hoch. Ebenso wurde das 1746 gegründetePriesterhaus im Osten der Kirche in diesem Jahre vollendet.
Am 12. Oktober 1757 wurde die berühmt gewordene Bruderschaftdes gegeißelten Heilandes errichtet, welche 1768 ungefähr 14,000 Mitgliederzählte. — Der Gottesdienst in der Kirche wurde von dem Prämonstratenser-kloster in Steingaden besorgt und es wohnten im Priesterhause zu Wies4 bis 6 Religiösen unter einem Superior.
Durch die Aufhebung der Klöster im Jahre 1803 wurde auch Wieshart betroffen, indessen verblieben mehrere Mönche als Weltpriester au demOrte. Im Jahre 1811 war beschlossen worden, die Kirche abzubrechen,nur durch die dringenden Bitten der umliegenden Ortschaften wurde diesesUnheil abgewendet. Dennoch hatte man erhebliche Verluste an Paramenteund Kostbarkeiten zu beklagen, auch das Kirchengebäude hatte stark gelitten.Da das Vermögen des Klosters zu Steingaden eingezogen worden, so hatteman keine Fonds weder zur Besoldung eines Wallfahrtspriesters, noch zurInstandhaltung der Kirche, bis endlich die Regierung die Baupflicht desStaatsärars anerkannte und auch für den Wallfahrtspriester einen Zuschußzum Gehalte übernahm. — Im Jahre 1847 wurden die Kreuzwegstationeiierrichtet und die Büsten der h. Joseph und Jakob für den Hochaltar ange-schafft. Seitdem hat die Wallfahrt einen nenen Aufschwung genommen.