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[1]: 1887
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Maria-Brünnel bei Wemding.

ordwestlich von Wemding erhebt" sich auf einem Hügel eineWallfahrtskirche mit einem wunderthätigen Marienbilde, einPriester- und Meßnerhaus und ein Gasthaus. Die Entstehung dieser Wall-fahrt wird auf folgende Weise erzählt.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts lebte zu Wemding einfrommer Bürger, der Schuhmacher Franz Forell, welcher viermal nach Romwallfahrtete. Von seiner ersten Reise, 1684, brachte er ein Muttergottesbildmit dem Jesuskind auf dem linken Arme zurück, welches er in seinem Hauseaufbewahrte und vor welchem er seine Andacht verrichtete. Bald kamen auchdie Nachbarn, um vor demselben zu beten, und da viele besondere Gebets-crhörungen erfolgten, so nahm die Verehrung des Bildes fortwährend zu.Noch größer wurde dieselbe, als ein bei Forell einquartierter lutherischerReiter nach Anrufung Maria's augenblicklich von heftigen Kopfschmerzen be-freit wurde. Deshalb dachte der Stadtpfarrer Schaff auf Mittel, dem Bildeeine würdigere Wohnung zu beschaffen. Zunächst ließ er dasselbe auf An-dringen seines Kaplans Reinhard Keller, der ein Schwager Forell's war,in das Pfarrhaus bringen. Nun geschah es, daß der Kaplan Keller einstbei Nacht zu einem Kranken in das eine halbe Stunde entfernte FilialdorfAmerbach gerufen wurde. Als er zurückkehrte, fühlte er sich bei dem soge-nannten Schillerbrünnlein durch eine unsichtbare Macht mit einem Maleangehalten und war nicht im Stande, seinen Weg fortzusetzen; es schien ihm,als stehe eine Wand vor ihm und versperre ihm den Weg. Betroffen flehteer Maria um Hülfe an und gelobte, über dem Brünnlein eine Kapelle zubauen und in derselben das genannte Bild aufzustellen. Auf dieses Ge-lübde hin stand der Weg wieder offen und frohen Herzens eilte der Kaplannach Hause. Bald erstand auch über der Quelle eine Kapelle, in welche1692 das Gnadenbild feierlich übertragen wurde.

Ein besonderes Ereigniß trug dazu bei, den Ruf der Wallfahrt be-deutend zu erhöhen. Maria Regina, das eilfjährige Töchterlein des LorenzForell hatte in der Stadt Beiträge zum Schmücke des Gnadenbildes gesam-melt und war zur Kapelle gegangen, um die Himmelskönigin zu zieren.Da gewahrte sie plötzlich, daß das Bild Haupt und Augen gegen die Stadtwendete. Voller Freude eilte sie auf das Feld und rief die dort arbeitendenLeute herbei. Bald ist die Kunde auch in der Stadt verbreitet, Alles eilthinzu und wird Zeuge dieses wunderbaren Ereignisses.

Der Stadtpfarrer Forster erweiterte die Kapelle und erhielt die Er-laubniß, in derselben das h. Meßopfer darzubringen. Am Feste ChristiHimmelfahrt 1745 hielt er daselbst das erste Hochamt. Die wunderbare

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