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Am 15. Juni 1346 belehnte die Aebtissin Agnes II den Johannesvon Wisrich mit dem ganzen Münsterwalde und der Violau, und vermehrtedie Klostergüter durch Urbarmachung des Violauwaldes. — Im 15. Jahr-hundert wurden die Gebäude zu Violau durch Kriegsunruhen zerstört unddie Kirche der Paramente und Kostbarkeiten beraubt. Die Aebtissin Doro-thea (1463—1492) sandte um 1466 einen Laienbruder von Violau aus,um Almosen für den Wiederaufbau zu sammeln. Diese Sammlung hatteauch den gewünschten Erfolg. — Im Jahre 1555, als Augsburg durch diePest heimgesucht wurde, veranstalteten die Bürger dieser Stadt eine Prozes-sion nach Violau und gelobten, eine solche jährlich abzuhalten.
Die Aebtissin Barbara II (1571—1601) ließ die Wallfahrtskircheerweitern und mit einem Gewölbe sowie zwei Seitenaltären versehen. DieAebtissin Susanna Willemapr (1603—1624) aber führte das Werk desNeubaues fort und vollendete es 1620, worauf die Kirche im September-dieses Jahres vom Augsburger Weihbischof Peter Wähl feierlich consecrirtwurde. — Papst Alexander VII. verlieh der Kirche am 24. Dezember 1660einen Ablaß, in Folge dessen die Wallfahrt bedeutend an Ausdehnunggewann.
1662 ließ die Aebtissin Anna Maria Weinhart die Kirche zu Violau,weil das Gemäuer nicht dauerhaft genug war, mit eisernen Stangen unter-ziehen. Am 5. consecrirte Bischof Johann Christoph die 5 Altäre der Kircheund spendete bei dieser Gelegenheit 976 Gläubigen das h. Sakrament derFirmung.
Im März 1803 wurde das Frauenkloster Oberschönenfeld sakularisirtund auch die Wallfahrtskirche Violau mußte harte Stürme bestehen. Dasuralte aus Holz geschnitzte Gnadenbild wurde nach Wertingen gebracht undsoll dort längere Zeit auf einem Speicher gelegen haben; die Kirche wurdezum Abbruch bestimmt. Die Gemeinden Violau, Neumünster und Unter-sihönenfeld kauften jedoch die Kirche nebst der Wohnung des Geistlichen undsetzten es auch 1819 durch, daß Violau zu einer Curatie erhoben wurde.In demselben Jahre, am 27. September, wurde auch das Gnadenbild wie-der von Wertingen in die Kirche zu Violau zurückgebracht. Von da anhat sich auch die Wallfahrt wieder gehoben. Seit dem 11. November1843 bildet Violau mit Neumünster und Unterschönenberg eine selbstständigePfarrei.