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selben Jahres eine Urkunde ausfertigen, welche mit Unterschrift und Siegelverschen ward.
Bis zum Jahre 1803 dauerten die Pilgerzüge nach Andechs ununter-brochen fort und waren so zahlreich, daß das Personal des Klosters auf30 Religiösen vermehrt werden mußte, um die religiösen Bedürfnisse derPilger befriedigen zu können. Im Jahre 1803 wurde die Aufhebung desKlosters verfügt. Die kostbaren Reliquicngefäße, Monstranzen, Kelche undKreuze wurden eingeschmolzen, die Reliquien dagegen mit den Aufschriftendem damaligen Abte größtenteils wieder zugestellt. Das Kloster wurdeaufgehoben, bis König Ludwig I. von Bayern wiederum Benediktiner dort-hin berief und so das Kloster wieder herstellte. Von da an wurde derheilige Berg zu Andechs auch wieder ein Gegenstand hoher Verehrung undzahlreiche Pilger wallfahrten das ganze Jahr hindurch dorthin. Besonderszu bemerken aber ist die große Prozession aus München, welche jährlich amChristi-Himmelfahrtstage dahin wallfahrtet.
Das Stift und die Kirche zum heil. Ulrich und zurheil. Afra in Augsburg.
ie Verehrung der heiligen Ulrich und Afra ist besonders in derDiözese Augsburg so verbreitet, daß wir Veranlassung nehmenmüssen, ausführlicher auf die Beschreibung ihrer Wallfahrtsstätte in Augs-burg einzugehen. Vorab wollen wir zum näheren Verständnisse die Lebens-geschichte dieser beiden Heiligen kurz erwähnen.
Zur Zeit der letzten Christenverfolgung kam der h. Bischof Narzissusauf seiner Flucht nach Augsburg. Damals lebten in diesem Orte viele vor-nehme, reiche Römer, die noch Heiden waren. Als Narzissus und seinDiakon Felix, beide fremd und unbekannt, in die Stadt traten, fragten sienach einer Herberge, wo sie übernachten könnten. Man zeigte ihnen einschönes, wohlgebautes Haus. Hier wohnte ein übelberufencs, leichtsinnigesMädchen, mit Namen Afra, nebst drei eben so leichtfertigen Dirnen: Digna,Eunomia und Eutropia. Afra hatte von ihrer Kindheit an keinen Unter-richt in der wahren Religion erhalten, sie kannte nur den abscheulichenGreuel des Götzendienstes, den ihre Mutter von der Insel Cypern, wo siefrüher lebte, mit nach Augsburg brachte. Afra gab sich daher, noch jungund schön, ohne Scheu dem Laster preis. Als sie die zwei fremden Män-ner, die um ihren Lebenswandel nichts wußten, erblickte und sogleich merkte,daß sie von hohem Stande seien, nahm sie dieselben freudig auf und berei-tete ihnen ein prächtiges Mahl in der Absicht, sie in ihr Garn zu locken.