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verwandelte das Collegiatstift in ein Benediktinerkloster um und führte des-halb ein größeres Gebäude auf, zu welchem Papst Nikolaus V. dreitausendGulden spendete und die sämmtlichen Klöster des bayrischen OberlandesHolz und Steine lieferten. Sieben Benediktiner aus Tegersee wurden indas neue Kloster berufen; ihr erster Abt war Eberhard Stöcklin. Diefeierliche Einweihung geschah am 17. Mai 1455. Herzog Albrecht stattetedie mit vielen Privilegien und Ablässen begnadigte Kirche mit Kleinodien,Gold und Silber aus. Er starb 1460 und wurde nebst seiner GemahlinAnna und seinen Söhnen, den Herzogen Johann und Wolfgang in derselbenbeigesetzt.
Im Jahre 1471 wurde die Kirche von Kaiser Friedrich III. und1501 von Kaiser Maximilian I. besucht, welche dieselbe mit Privilegien aus-statteten. Ihrem Beispiele folgten viele andere Fürsten und Herzoge desIn- und Auslandes. Vom Jahre 1622—26 soll die Zahl der Wallfahrer600,000 betragen haben.
Als im Jahre 1623 die Schweden in Oberbayern einfielen, verstüm-melten sie viele Bilder der Kirche. 1669 traf ein Blitzstrahl den Thurmder Kirche und legte diese, sowie das angrenzende Kloster in Asche. Nurdie h. Kapelle blieb mit ihren Schätzen verschont. Durch Unterstützung desChurfürsten Ferdinand Maria, sowie durch Beiträge der Pilger wurde dieKirche wieder hergestellt. Bei der dritten Säkularseier der Klosterstiftungim Jahre 1755 wurde sie reichlich ausgeschmückt.
Der Reliquienschatz war immerfort vermehrt worden nnd die Ver-zeichnisse geben die Zahl der Heiligthümer auf 288 an. Wir können die-selben hier nicht namentlich aufzählen und bemerken nur, daß auch zweiMarienbilder, auf dem Hochaltar und dem unteren Choraltar besondereVerehrung genießen.
Eine ganze Reihe von wunderbaren Gebetserhörungen, welche in dieserKirche stattgefunden, ist uns überliefert worden. Wir wollen deren nureine hier anführen. Eine Jungfrau, Namens Maria, welche seit ihrer Ge-burt blind war, erhielt im Traume die Weisung, sich nach Andechs zu be-geben und dort in der Kirche Hülfe zu suchen. Nach längeren Bemühungenfand sie auch einen Begleiter, Johann Winter von Waidhofen bei KlosterHohenwart, welcher sie nach Andechs führte. Sobald sie dort im Gebetevor dem Bilde Maria's kniete, erhielt sie alsbald einigen Schein der Augen,so daß sie die Umrisse des Bildes erkennen konnte. Am folgenden Tage,den 5. Juni 1625, begannen ihre Augen unter der h. Messe zu triefen undin dem Augenblicke, wo sie die h. Kommunion empfing, erhielt sie ihre voll-ständige Sehkraft. Zur Bekräftigung des Geschehenen ließ der Herr Jo-hann Wilhelm, Freiherr von Nohrbach auf Schenkenau und Waidhofen,unter dessen Herrschaft das begnadigte Mädchen wohnte, am 13. Juni des-