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darin ausüben. Einige Soldaten aus dem Heere trieben ihren Offizierenzu Gefallen sogar mit dem Kreuze ihren Spott, verstümmelten es an Hän-den und Füßen und gingen damit um, es zu verbrennen. Die Strafe fürdiese Frevelthat blieb der Sage nach nicht lange aus; alle Soldaten, welchedaran Theil genommen, will man bald darauf auf dieselbe Weise verstüm-melt gesehen haben. Man rettete indessen das Kreuz vor der Wuth dieserUnmenschen und bewahrte es in bürgerlichen Häusern, bis endlich ChristophBernhard von Galen, um das Jahr 1660 Bischof von Münster, durch eineSumme Geldes die Hessen zum Abzüge bewog und so die Stadt von ihremJoche befreite. Der Bischof stellte nun den katholischen Gottesdienst wiederher, ließ einen neuen Altar für das Kreuz bauen, verbesserte den Kreuzweg,ließ auf demselben Kapellen und Stationen errichten und bestimmte fürderen Erhaltung eine jährliche Rente von 10 Thlr., welche noch jetzt vonder Familie dieses hochseligen Bischofs bezahlt wird. Am Pfingstmontageund Dienstage wohnte er mit seinem ganzen Hofstaate der feierlichen Pro-zession bei, wobei das Kreuz umhergetragen wurde, und suchte auf jedeWeise die Verehrung desselben zu fördern und die Andacht der Gläubigenzu erhöhen. Im Jahre 1659 ließ er sogar sogenannte Kreuzthaler schlagen,ein Beweis der großen Verehrung, die er zu diesem Crucifixbilde hegte unddes Vertrauens, welches er zu dem hegte, woran dieses Bild so lebhaft er-innerte. Auf der einen Seite ist das gabelförmige Kreuz geprägt mit derUmschrift: Erux iniraculosa Gosteläionsis. Um den Thaler herum liestman die Worte: kroto^S populuva tuurn llowins eruois per siAnaeuIuiu.
Auch nach dem Tode dieses frommen Bischofes währte die Verehrungdes Kreuzes fort und zahlreich strömten die Gläubigen, besonders umPfingsten, nach Coesfeld. Jubelfeste unter ungeheurem Andränge des Pub-likums wurden 1750 durch Fürstbischof Clemens August, sodann 1806 undzuletzt 1850 acht Tage hindurch gefeiert.
Besondere Wallfahrtstage sind die Tage des h. Pfingstfestes und dasKreuzerhöhungssest, welches am Sonntag nach dem 14. September gefeiertwird. Am Pfingstmontage wird das h. Kreuz in Prozession um die Stadtgetragen. Am Pfingstdinstage, dem Hauptwallfahrtstage, an welchem Tau-sende nach Coesfeld strömen, wird das h. Kreuz den vom Fürstbischof Bern-hard von Galen eingerichteten großen Kreuzweg, der fast 3 Stunden langist, getragen. Auf dem Kreuzwege liegen zwei Kapellen, in welchen andiesem Tage das h. Meßopfer dargebracht wird; zugleich werden auf dem-selben mehrere Predigten gehalten.
In der Nähe von Münster auf dem Wege uach Coesfeld steht eineNachbildung unseres h. Kreuzes, welche von den Münsteranern als „Coes-felder Kreuz" fleißig besucht und verehrt wird.