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[1]: 1887
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gen Jähren ließen diese Verfolgungen nach, bis im Jahre 1802 das Klosteraufgehoben und die Kapellen geschlossen und versiegelt wurden. Es geschahsolches am 18. Juni, an welchem Tage die Prozession von Amsterdam, diesich stets durch ihren Glanz auszeichnete, ankam. Die Aufregung unter denPilgern war sehr groß. Jedoch Herr van den Bosch aus Goch, ein be-sonderer Beförderer der Wallfahrt, wußte zu bewirken, daß die Kapellenam folgenden Tage wieder geöffnet wurden. Die französische Negierungließ die Gebäude und Gärten 1804 verpachten. Dem Bischof Berdoletvon Aachen, dessen Diözese Kevelaer zugetheilt worden, gelang es, dieselbenfür die Wallfahrt zu retten, die Oratorianer aber blieben verbannt.

Bald waren jedoch die Wallfahrten wieder so zahlreich wie früher,man zählte jährlich etwa 100,000 Pilger. — Am 25. Oktober 1833 kamder damalige Kronprinz, später König Friedrich Wilhelm IV. von Preußennach Kevelaer, nahm Alles genau in Augenschein und erkundigte sich ein-gehend über die dortigen Verhältnisse. — Im Jahre 1842 wurde die 200-jährige Jubelfeier großartig begangen.

Die stets zunehmenden Wallfahrten (286 Prozessionen jährlich) riefendas Bedürfniß einer großartigen Wallfahrtskirche hervor, welche denn auchin gothischem Stile erbaut wurde.

Unzählig sind die wunderbaren Gebetserhörungen; welche an dieserGnadenstätte sich ereigneten. Wir wollen nur eine derselben hier anführen,wovon viele Zeugen noch leben.

Agnes Schiefer wurde im Jahre 1830 in dem Dorfe Dansweiler,Landkreis Köln, geboren. In Folge einer langwierigen Krankheit war siegelähmt und konnte sich nur aus Krücken fortbewegen. Dabei wurde sievon heftigen Krämpfen befallen. Alle ärztlichen Mittel waren vergebens.Da faßte sie den Entschluß, mit der Prozession von Brauweiler nach Ke-velaer zu pilgern und weil sie nicht gehen konnte, wurde sie auf einem Ge-sähr mitgenommen.

Am 5. September 1849 kam sie in Kevelaer an; an demselben Tageging sie zur Beichte und am folgenden Morgen zur h. Communion. Nach-dem sie gefrühstückt hatte, wurde sie von einigen Freundinnen zur Gnaden-kapelle gebracht, wo sie im Gebete verharrte. Gegen Mittag begaben sichdie Gefährtinnen zum Essen, Agnes aber blieb zurück. Als sie darauf gegen2 Uhr zur Kapelle zurückkehrten, fanden sie die Kranke entkräftet und ohn-mächtig vor dem Gnadenbilde liegen. Sie trugen sie vor die Kapelle undschien sie auf einen Stuhl; da aber die Pilger von allen Seiten sich um siedrängten, ward sie in das Krankenhaus des Klosters gebracht. Dort bliebsie ruhig aus einem Bette liegen; nach einer halben Stunde hörten dieKrämpfe auf und später kam auch die Besinnung zurück. Alsbald standsie auf, zog ihre Schuhe an und eilte ohne Krücken und ohne jegliche Unter-