Cornelimünster.
H^ie Reichsabtei Cornelimünster an der Jnde wurde von Ludwigdem Frommen 821 unter der Leitung des h. Benedikt vonAniano gestiftet. Damals erstreckte sich der Ardennerwald bis in die Nähevon Aachen. Der Kaiser schenkte dem h. Benedikt den ganzen Distrikt diesesgroßen Waldes, der eine Stunde weit das neue Kloster in der Runde um-gab und in Folge dessen das sogenannte Münsterlaud bildete. König Lud-wig II. schenkte dem Abte Adalongus 876 die königliche Villa Crassiniacum(Grcssenich). Im Jahre 881 ward die Abtei unter dem Abte Rodoarduszugleich mit Aachen und vielen andern Festen, Klöstern und Flecken vonden Normannen eingeäschert. Unter Adagrinus (941) blühte die klösterlicheZucht in der Abtei. König Otto I. bestätigte im Jahre 948 auf Bittenseines Bruders Bruno und des Abtes Berthold I. von Cornelimünster dieImmunität dieser Abtei. Im Jahre 1963 übergab Kaiser Heinrich IV. diebeiden Abteien Malmedy und Cornelimünster dem Erzbischof Anno II. vonKöln. Als im 12. Jahrhundert über die von Ludwig I. dem Kloster be-willigte Zollfreiheit MißHelligkeiten entstanden, forderte Kaiser Friedrich, alsSchutzherr des Klosters, von der Stadt Köln deshalb Genugthuung. In derFehde, welche die Stadt Aachen im Jahre 1319 mit Graf Gerhard von Jülichwegen der Vogtei von Aachen führte, überfielen die Bürger das Kloster,dessen Abt es mit dem Grafen von Jülich hielt, erschlugen mehrere Möncheund verbrannten das Kloster. Auf Befehl des Kaisers Heinrich VII. muß-ten jedoch die Aachener das Kloster wieder aufbauen, welches sich bis zurfranzösischen Besitznahme erhielt. Bei der Abtei war auf Befehl des Kai-sers Ludwig des Frommen ein Spital für Reisende und Pilger erbaut.
In der Kirche dieser Abtei, welche gegenwärtig als Pfarrkirche dient,werden verschiedene Reliquien verehrt, deren vorzüglichste sind:
1. das Leintuch, in welches der Leichnam unseres Herrn eingewickelt wurde,als man ihn nach der Abnahme vom Kreuze ins Grab legte;
2. das Tuch, mit welchem der Herr beim letzten Abendmahle die Füßeseiner Jünger abgetrocknet hat;
3. das Haupt und der rechte Arm des h. Cornelius.
Die beiden ersten Reliquien hat die Kirche zweifelsohne von ihremStifter erhalten, denn nach der Geschichte übergab Kaiser Karl seinem Sohneauf seinem Sterbebette verschiedene kostbare Reliquien, welche er Kirchen zu-ertheilen sollte. Auch deutet der Bau des Hospitals für Pilger darauf hin,daß damals schon Wallfahrten dahin stattfanden. Wann aber die Reliquiendes h. Cornelius dorthin gekommen, können wir nicht sagen; so viel stehtfest, daß der Name Cornelimünster erst später in Gebrauch gekommen ist.