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Streit der Brüder über einen Fischfang dadurch schlichtete, daß auf seinenBefehl der Fischteich austrocknete.
Die Stiefmutter der h. Luftildis trug dieser, als sie noch jung war,auf, die Krähen von den Aeckern zu verscheuchen. Als diese aber einst gro-ßen Schaden auf denselben angerichtet hatten, gerieth die Stiefmutter in Zornund mißhandelte das arme Kind mit heftigen Schlägen. Wundern darf esuns nicht, daß diese Thiere früher großen Schaden anrichteten, obschon sol-ches heute seltener vorkommt. Denn Johannes Cincinnius von Lippe erzähltim 30. Kapitel des Lebens des h. Ludgerus, daß eines Tages ein Pächterdes Hofes zu Melden sich bei dem Heiligen darüber beklagt habe, daß dieKrähen ihm seine Früchte zu Grunde richteten. Der Heilige gebot ihm imScherze, die Krähen in einem Stalle einzuschließen. Der einfältige Landmannnahm diese Worte im Ernste und befiehlt den Krähen, mit ihm einzutreten.Diese gehorchen. Dann schließt er sie ein und macht einen Vertrag mitihnen, daß sie seine Saaten verschonen müssen. .
Die Stiefmutter suchte ihre Stieftochter stets bei dem Vater zu ver-läumden; sie sei träge, sorglos, zur Arbeit ungeschickt, nicht aufmerksam beiHütung der Gänse, sie stehle Brod und gebe es den Bettlern, mehr geneigtzum Beten als zum Arbeiten. Sie beauftragte Knechte und Mägde, heim-lich Gänse zu stehlen und dem Gutsverwalter zu bringen, als wenn diesel-ben durch Unachtsamkeit der h. Luftildis von der Heerde weggekommen wären,um so den Unwillen des Vaters zu erwecken.
Einst hatte die mildthätige Jungfrau, da eine passende Gelegenheit sichdarbot, ihren Schooß mit Brod gefüllt, um dieses unter die Armen zu ver-theilen. Da begegnete ihr der Vater und fragte sie entrüstet, was sie inihrem Schooße habe. Die Jungfrau erschrak heftig, als aber der Vater inden Schooß blickte, sah er statt Brod Kohlen. Es wurde ihr nunmehr ver-boten, Brod im Hause wegzunehmen und den Armen zu geben. Als einstihre Stiefmutter in dem Backhause beschäftigt war, trat sie zu derselben hinund bat um ein Brod. Während sie aber ihren Schooß öffnete, damit mandas Brod hineinlege, warf der Knecht glühende Kohlen in denselben, welchesie aber wunderbarer Weise nicht verbrannten.
Nachdem die Jungfrau älter geworden war, wurde ihr gestattet, inder Wohnung, welche, wie wir gesehen, neben dem Kirchhofe errichtet war,ihr Heim aufzuschlagen. Dort lebte sie nun im Dienste Gottes fromm undgottselig bis an ihr Ende. Kaum war sie von dieser Erde abgeschieden, sowollte Gott auch alsbald ihre große Heiligkeit kund thun. An ihrem Sargenämlich wurde ein vom Teufel Besessener geheilt. Der Ruf dieses Wun-ders verbreitete sich in der ganzen Gegend. Von wüthenden Hunden Ge-bissene, Kranke, Lahme und Blinde brachte man hin und viele wurden vonihren Leiden befreit. Daher diese allgemeine Verehrung, die ihr alle Jahr-hunderte hindurch bis auf den heutigen Tag zu Theil geworden ist."