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gerade wegen ihrer Kleinheit weniger eine Theilung zuließen. Hierunterbefanden sich z. B. als etwas sehr merkwürdiges, Ringe der Kette, womitder h. Petrus gefesselt gewesen; eins der vereinzelten Beispiele, daß der Papstmehr als ein Stückchen von der Kette weggeschenkt hat. Karl's große Ver-dienste um das Christenthum konnten den Papst zu einer solchen Freigebig-keit bewegen. Von den übrigen kleineren Reliquien existiren weniger Be-weise für ihren Ursprung. Diese sind: Stücke von der Dornenkrone, dasRohr, die Aufschrift des Kreuzes. Sodann kommen bei Floß (AachenerHeiligthümer) das Tuch, womit Christus im Grabe umhüllt war und derGürtel des Herrn zur Sprache.
Das Leichentuch kam wahrscheinlich aus Constantinopel, sei es nun,daß es ein sinäon (Stück grobes Leinen) gewesen ist, das den Leichnamdes Herrn bedeckt hat, oder ein snäg.riuin (Schweißtuch), eine KopfbedeckungChristi. — Ueber den Gürtel ist noch weniger bekannt.
Ferner wird aus Karl's Tagen noch ein Jagdhorn, 1 Fuß 10 Zolllang, zu Aachen bewahrt, welches ihm, wie die Sage lautet, von Harun alRaschid geschenkt worden ist; und das Kreuz, welches Karl auf der Brustgetragen haben soll.
Die vornehmsten Reliquien, welche Karl für Aachen gewonnen hat,sind: Das Kleid der Mutter Gottes, das Tuch, worin das Kind Jesusgewickelt wurde, das Lendentuch, welches der Herr am Kreuze trug und dasTuch, worin der Leichnam Johannes des Täufers nach der Enthauptungweggetragen worden ist.
Das Kleid Maria kam wahrscheinlich aus Constantinopel unmittelbarin Karl's Besitz.
Die Windeln des Heilandes kamen gleichfalls aus Constantinopel,doch man weiß nicht, in welchem Jahre von Karl's Regierung. Die Le-gende läßt Karl alle diese Heiligthümer von seinem vermeintlichen Zuge nachdem Orient mitbringen. Von dem Lendentuch ist sogar schwer zu beweisen,daß Karl dieses in Person aus Constantinopel erhalten hat. Von Johan-nes' Tuch läßt sich das noch weniger bestimmen.
Wie die Ueberlieferung besagt, hatte Karl der Große die Anordnunggetroffen, daß die Heiligthümer alljährlich am Mittwoch der Quatemberfastennach Pfingsten zur öffentlichen Verehrung ausgestellt würden. Auch sollenschon in damaliger Zeit Prozessionen nach Aachen gekommen sein; nament-lich wird einer Prozession aus Prüm erwähnt-
Die ersten geschichtlichen Nachrichten über die Wallfahrten stammenaus dem 13. Jahrhundert. Es wird uns nämlich aus dieser Zeit berichtet,daß unzählige Pilgerschaaren selbst aus weiter Ferne nach Aachen zur Ver-ehrung der Heiligthümer hinströmten. Vorzüglich sind die großen Wallfahr-