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tholomäus, Zacharias, von Simeon, Johannes dem Täufer, Stephanusund Anastasius. Es kann also schwerlich bezweifelt werden, daß bereitszur Zeit Karl's des Großen diese Reliquien in Aachen vorhanden waren.Auch schenkte Kaiser Lothar Theile einzelner dieser Reliquien dem Klosterzu Prüm, wo er Mönch wurde, die wieder von den Aachener Heiligthümernherstammen müssen, eben so wie andere, welche in Angilberts Registerneben den genannten erwähnt werden und wahrscheinlich später in Aachenverloren gegangen sind.
Aachen wurde zuerst am Ende des 9. Jahrhunderts durch die Nor-mannen größtentheils verwüstet und später durch ungeheure und wiederholteFeuersbrünste zerstört, wodurch die Marienkirche nicht weniger als die übri-gen Gebäude großen Schaden litt. Im Anfang des 13. Jahrhunderts warjedoch ein Inventarium der vorhandenen Reliquien gemacht worden unddieses stimmt mit der Angabe Angilberts, wie auch mit den dort gegenwär-tig noch aufbewahrten Reliquien überein. Der allerschrecklichste Brand warder vom Jahre 1656, wobei beinahe alle Kirchen und 4660 Privathäuserin Asche gelegt und alle Archive vernichtet wurden, die als Beweisstücke fürdie geretteten Reliquien gedient hatten.
Wir können hier nicht von jeder einzelnen Reliquie insbesondere an-geben, woher sie höchst wahrscheinlich gekommen ist und bei welcher Gelegen-heit; doch wollen wir in allgemeinen Zügen mittheilen, wie Karl der Großesie nach Aachen hat bringen lassen.
Nicht blos auf sein Ansuchen erhielt er Reliquien vom Papste; fürjeden Dienst, den er dem römischen Hofe erwiesen, mögen ihm wohl eineoder mehrere Reliquien zum Geschenk gemacht worden sein. Und bei seinerKrönung wird Leo III. ihm für alle Kostbarkeiten, welche er den Kirchenzu Rom schenkte, ohne Zweifel viele Reliquien zum Gegengeschenke gegebenhaben für seinen eigenen Dom zu Aachen. Die h. Kreuzpartikeln müssenunter Anderm aus Rom gekommen sein; der Schwamm, die Nägel und derLeidensstrick aus Constantinopel. Das Haar der h. Jungfrau ist wahr-scheinlich von Alphonsus II. von Castilien im Jahre 793 an Kaiser Karlgeschickt worden. Dieses wurde nebst einer Abbildung der h. Mutter Got-tes durch die Stadt Aachen der frommen Kaiserin Joscphine von Frankreichzum Geschenke angeboten. Die Ueberreste des h. Thomas kamen wahr-scheinlich aus Italien; von denen des h. Bartholomäus kann dies nicht mitSicherheit gesagt werden. Die Reliquien der hh. Zacharias und Jakobussind wahrscheinlich aus Constantinopel gleich denen des h. Johannes desTäufers und des Stephanus; die von dem Mönch Anastasius kamen wahr-scheinlich aus Rom.
Das Inventarium des 13. Jahrhunderts spricht auch von kleinerenReliquien der Marienkirche, welche in der genannten Urkunde Angilbert'snicht vorkommen, wovon ein Grund der Umstand gewesen sein mag, daß sie