und uns Allen den Muth sehr erhöhte, auf die Garantie und Bürgschafteiner solchen Beschützerin und Stifterin den Bau fortzuführen, wiewohlmenschliche Klugheit viel dagegen zu sagen fand."
Wie die Nonnen sich im Besitz des Gnadenbildes sahen, dachten sieauch sogleich darauf, es in ihrer Kirche zur öffentlichen Verehrung auszu-stellen, unter dem neuen und schönen Namen „Königin des Friedens." Eswar gerade um die Zeit, wo Fabio Chigi, der Nuntius zu Köln, nachMünster zu den Friedensunterhandlungen abreiste. Schon vorher waren inKöln Friedens - Abgesandten zu vorlaufigen Unterhandlungen zusammenge-treten, unter denen jener außerordentliche päpstliche Botschafter war, der denNonnen zuerst die Nachricht von dem Vermächtniß der Königin überbrachthatte. Der Wunsch nach Frieden war während der Drangsale des langenKrieges, der schon fünfundzwanzig Jahre gedauert hatte, in allen Herzen solebhaft geworden. Dazu kam eine Vision Jsabella's vom heil. Geist, diein ihrer entzückten Seele Gebet und unmittelbaren göttlichen Beistand alssicherste Abhülfe für jede Noth der Welt ansah, sicherer als alle Siege undalle Künste des Nnterhandelns und der Unterredung. Weil die Welt nachFrieden dürstete, weil Alles um Frieden betete, ward beschlossen, die heiligeJungfrau bei diesem Bilde als „Königin des Friedens" anzuflehen. Unterdiesem Namen, wodurch man das Gnadenbild in der Schnurgasse von an-deren vielbesuchten Marienbildern unterschied, ward es bald weit und breitberühmt.
Die Nonnen waren von dem lebhaften Verlangen erfüllt, sobald alsmöglich das Gnadenbild auszustellen. Erst sollte es am Feste des süßestenNamens Jesu (14. Januar), daun an dem darauf folgenden Sonntag, dannauf Maria Lichtmeß geschehen. Aber immer von neuem sahen sie die Er-füllung ihres sehnlichen Wunsches hinausgeschoben. Doch in Geduld fandensie sich darein; ruhig erwarteten sie „die Zeit und Stunde, die der Herrin seiner Allmacht festgestellt." Länger als zwei Monate dauerte es noch.Endlich kam der Tag, an dem die Ausstellung Statt fand, ein Tag, derihnen wie durch göttliche Fügung dazu auserwählt schien, nämlich der Sonn-tag Lätare, der in diesem Jahre auf den IS. März fiel, „ein geheimnißvollerund vor allen für die Ausstellung dieser Königin des Friedens geeigneterTag, der wahrhaft inmitten der Trauer und Trübsal ein allgemeines I-ue-tars oder Freue dich, der unserer Kirche eine freudige Zeit bringen sollte.
An diesem Lätare - Sonntag, im Jahre 1643, ward Morgens umsechs Uhr das Gnadenbild aus der Klausur herausgetragen und in derKirche auf den neben dem Hochaltar stehenden Credenz-Tisch gestellt. Hierblieb es stehen, bis das Hochamt ansing, das von dem oben erwähntenKarmelitenprior, Simon vom heil. Paulus, gehalten wurde. Beim Anfangder Messe nahm er es von dem Tischchen und stellte es auf den Altar.„Einer unserer Patres", so schließt die Nonne ihren Bericht, „hielt eine