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Dadurch gleichsam mit einem neuen Geiste erfüllt zu werden. Jsabella schicktenach dem Prior und ließ ihn dringend bitten, noch einmal zu dem franzö-sischen Abgesandten zu gehen. Auf ihren Wunsch, wiewohl ohne alle Hoff-nung, etwas auszurichten, machte er sich auf den Weg, begleitet von einemanderen Geistlichen seines Klosters. Unterdessen ließ Jsabella die Kloster-gemcinde sich zum Gebete versammeln und die heilige Kommunion empfangen.Als die beiden Karmcliten zu dem Gesandten kamen, der in dem Hausewohnte, wo die Königin gestorben war, fanden sie ihn ganz verändert. Erempfing sie auf's freundlichste, gewährte plötzlich, was er fo lange versagthatte, stieg mit ihnen die Treppe hinauf und führte sie in das Zimmer derKönigin. Der Prior, in größter Freude, nahm das Bild auf die Schulterund trug es hinunter. Sogleich ward der Wagen angespannt; die Damender Königin stiegen ein, um das Bild an die Stätte zu begleiten, wo esbleiben sollte. Als der Prior das Bild im Wagen und den Schlag zuge-schlossen sah, eilte er mit feinen Gefährten auf Nebenwegen dem Wagenvoraus, um den Nonnen die gute Nachricht zu bringen. Diese waren außersich vor Freude uiid eilten nach dem kleinen Vorhof ihres Hauses, um, wieeine der Nonnen sich ausdrückte, „jenes Friedcusgestirn, jenen neuen Sterndes Morgenlandes zu begrüßen, der am Vorabend dieses geheimnißvollenTages, des Festes der heil, drei Könige erschien, um das Dunkel und dieTrübsal der Christenheit aufzuhellen, der zu seinem Eintritt das Hauptfcstdieser Stadt Köln wähltej^um gleichsam den Gipfel ihres Glücks zu bilden,da sie schon so reich war an unvergleichlichen Schätzen heiliger Reliquien,aber jetzt mehr als je geehrt ward dadurch, daß diese Königin des Friedenshierher ihren Wohnsitz aufzuschlagen kam, um inmitten so vieler Heiligenin Ruhe zu verweilen, wie es geschrieben steht: In oivitats sanetilloata,reguievi et in plsnituäins sanatorurn ästentio nrsa."^)
Als der Wagen ankam, stimmte Jsabella das Lalve reZina an. Ausden Händen jener Damen nahm sie das Bild in Empfang. Das Thorward wieder geschlossen. In langsamem feierlichem Zuge trugen sie denkostbaren, theuren Schatz nach dem Saale, der ihr Chor wär, und fetztenihn auf den Altar. Darauf ward eine heilige Messe gelesen.
In dem eben erwähnten Bericht heißt es noch: „Die göttliche Vor-sehung hatte es so angeordnet, daß beim Eintritt derjenigen, die durch ihreGegenwart und ihren Schutz dies ihr Haus glorreich zu machen kam, ohneirgend eine menschliche Voraussicht am nämlichen Tage und fast in dernämlichen Stunde zum ersten Male Hand angelegt wurde, den Bau desKlosters und der Kirche zu beginnen, die ihr geweiht sein sollte: was alsetwas sehr Merkwürdiges erschien, und unserer würdigen Mutter Vicaria
*) In der heiligen Stadt habe ich ausgeruht und unter zahlreicher Schaar vonHeiligen ist meine Wohnung.