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diesen Nonnen gekommen sei. Sonst hatte auch wahrlich die Königin Mariawenig Trost. Sie, die einem König vermählt worden war, Mntter einesKönigs und zweier Königinnen, die alle drei noch am Leben waren und aufdem Thron saßen, sie lebte in ihren alten Tagen, in dieser reichen Stadt,in Armuth und Noth. Ans Mangel an Geld war sie hier genöthigt, ihrenköniglichen Schmuck zu verkaufen, ihre Domestiken zu entlassen, sich auf'sAllernothwendigste zn beschränken; und selbst dies, wie man damals lautgesagt hat, fehlte ihr oft.
Es war für das leidenschaftliche, nach Macht begierige Herz so schwer,Frieden und Ruhe zu finden. Sie fand sie mehr als irgendwo bei denKarmcliterinncn von Köln. Schon in den Tagen ihres Glücks, als sieFrankreich beherrschte, hatte sie dem Orden derselben Wohlwollen und Theil-nahme gezeigt; im Jahre 1613 hatte sie den Grundstein zum Klostcrgcbäudeder Karmelitcrinnen in Paris gelegt. Lange sollte ihr Verkehr mit unseremKloster nicht dauern. Schon am 3. Juli 1642 starb die Königin.
Als sie krank wurde, ließ sie es sogleich den Karmcliterinncn sagenund sie bitten, für sie zu beten. Sie hielten auch die ganze Zeit ihrerKrankheit hindurch ein Gebet für sie; und die Vicaria (Vorsteherin) Jsabcllavom h. Geist, die ihre Verehrung für Anna vom h, Bartholomäus*) kannte,schickte ihr ein Bildniß derselben. Die Königin hatte große Freude, als siees erhielt. Bis zu ihrem Hinscheiden stand es am Fuß ihres Bettes. Alssie fühlte, daß ihr Ende herannahe, verfügte sie über ihre Hinterlassenschaft.Ihre Kapelle mit Allem, was sie Kostbares enthielt, bestimmte sie zu zweigleichen Theilen den Karmeliterinnen zu Antwerpen und zu Köln. Wasaber für unsere Nonnen viel wichtiger war, den Tag vor ihrem Tode sagtesie: „Mein großes Bild von dem heiligen Holz unserer lieben Frau zuScharfenhövel vermache ich den Karmcliteriuncn zu Köln."
Dieses ist das berühmte Gnadenbild in der Schnurgasse, das Bild,bei dem die heilige Jungfrau Maria vom Frieden verehrt wird, vom Friedenmit Gott, mit dem Nächsten und mit uns selbst.
Schon seit Jahren hatte die Königin dieses Bild der heiligen Jungfraustets vor Augen gehabt, wenn sie zu Gott um Läuterung ihres Innern,um Frieden der Seele betete. Während ihres Aufenthaltes in Brabanthatte sie aus einem Stück „von dem heiligen Holze" der Eiche zu Scharfen-hövel,'"*) das sie in der Schatzkammer des Kardinal-Jnfanten gefunden, ein
*) Diese war eine Gefährtin der h. Theresa.
**) Zu Scharfenhövel in Belgien stand seit alter Zeit ein prachtvoller Eichbaum,an welchem man ein Bild der Mutter Gottes angebracht hatte, zu welchem nament-lich die Hirten von Sichern häufig beteten. Im Jahre 1548 fand ein Hirt, welchermit seinen Schafen vorüberkam, das Bild auf dem Boden liegen und steckte es ein,um es mit sich Hause zu nehmen, war aber plötzlich an allen Gliedern erstarrt