Druckschrift 
[1]: 1887
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die goldenen Kronen aber wurden nach Prag geflüchtet, von wo sie nachDarmstadt kamen aber nie wieder nach Köln zurückkehrten. Als der Kriegsich auch in die Gegend von Arnsberg hinzog, wurde der Reliquienschreinnach Frankfurt am Main geflüchtet.

Nachdem Arnsberg, Frankfurt und Darmstadt dem Landgrafen vonHessen-Darmstadt zuertheilt worden, bemächtigte sich derselbe des ganzenDomschatzcs nebst den Reliquien und erst im Jahre 1803 gelang es demDomkapitel von Köln, die Reliquien, nicht aber den Domschatz zurück zuerhalten. Als bischöfliche Commissare reisten der Vikar Nettekoven und derRektor Fr. Jos. Richartz nach Arnsberg, wo sie am 8. Dezember eintrafen.In Gegenwart dieser und der hierzu ernannten landgräflichen Commissionwurde nun zur Ueberreichung der Reliquien geschritten. Zunächst überzeugteman sich davon, daß die in Köln der Lade aufgedrückten Siegel noch un-verletzt waren. Sodann wurde die Lade geöffnet und davon Akt genommen,daß sich in ihr dieselben und keine anderen Reliquien befanden, als früherzu Köln hineingelegt worden. Endlich wurde die Lade wieder geschlossenund sowohl mit dem Siegel des Generalvikariates als dem der landgräf-lichen Commission verschen.

Am 14. Dezember kamen die Kommissare mit den Reliquien inDeutzan, wo sie dieselben einstweilen in der Hauskapelle der dortigen Abtei aus-stellten. Die Uebertragung in den Dom zu Köln sollte am 4. Januar 1804,,jedoch in aller Stille stattfinden. Zu diesem Zwecke begab sich am Nach-mittage dieses Tages der Dompfarrer Marx mit mehreren Geistlichen undzwei Wagen nach Deutz. Dort legten sie ihre geistliche Kleidung an, nah-men den hölzernen Rcliquienkasten in Empfang und stiegen in die beidenWagen. Im ersten saßen zwei Priester, im zweiten der Dompfarrcr Marxund ein anderer Priester mit den Reliquien. Als sie jedoch auf die Schiff-brücke kamen, gaben die Zollaufseher mit ihren Büchsen eine Ehrensalve undgeleiteten sodann die Reliquien bis zum Dome. So wurde ohne Absichtder Uebcrbringer das Ereigniß bald kund; die Bürger verließen ihre Ge-schäfte und der Andrang auf den Straßen wurde so groß, daß die Wagennur langsam vorwärts kommen konnten. Plötzlich ertönten die Glocken desDomes; die Bürger waren in den Thurm eingedrungen und hatten sich derGlockenseile bemächtigt.

Nachdem die beiden Wagen vor dem Dome angekommen waren, stie-gen die Priester aus und brachten den Reliquienbehälter in die großeSakristei.

Am folgenden Sonntage, den 6., Januar, dem Titularfeste der hh. dreiKönige, sollte die Beisetzung innerhalb der Kirche stattfinden. Zur festge-setzten Stunde füllte sich der Dom mit Andächtigen. Eine feierliche Pro-zession wurde durch die Räume des> Domes und hierauf Pontisikalamt mik