Druckschrift 
[1]: 1887
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Die Reliquien der h. drei Könige befanden sich bei ihrer Ankunft inKöln wahrscheinlich in einem einfachen hölzernen Schreine. Alsbald aberwurde der Wunsch rege, einen würdigen metallenen Schrein für dieselben zubeschaffen. Die Opfergaben, welche zu diesem Zwecke gespendet wurden,waren bedeutend und dem entsprechend wurde auch der neue Schrein ange-fertigt. Derselbe hatte die Form einer K?rche, ein höheres Mittelschiff undzwei Seitenschiffe; war 7^ Fuß laug, 3^ Fuß breit und 8 Fuß hoch.Er war über und über mit Gold, Perlen und Edelsteinen (266 Gemmen)bedeckt. Den reichsten Schmuck hatte der vordere Giebel, welcher mit kunst-reich getriebenen Figuren, seltenen, schön geschnittenen Steinen und prächtigenOrnamenten besät war. Die drei Häupter trugen goldene Kronen, derenjede 6 Pfund schwer war.

Die obere Abtheilung dieses Schreines enthielt die Reliquien der hei-ligen Felix, Nabor und Grcgorius von Spolcto.

Im alten Dome stand der Rcliquicuschrein in der Mitte desselben undwurde beständig von zwei geistlichen Wächtern bewacht; nach Vollendungdes Chores des jetzigen Domes ward derselbe in eine besondere Kapellehinter dem Hochaltai gebracht und seit 1864 befindet er sich im nördlichenTransepte unter der Orgel.

Die Reliquien der heiligen drei Könige standen stets in hoher Ver-ehrung und nicht nur das Volk strömte in großen Schaaren nach Köln,sondern auch Könige und Fürsten pilgerten mit großer Begleitung dorthin,um an ihrem Grabe zu beten und reiche Geschenke darzubringen. AlsHeinrich von Luxemburg im Jahre 1309 in Aachen zum deutschen Königegekrönt worden, begab er sich mit seinem ganzen Gefolge und seinem Hof-staate nach Köln, um am Grabe der heiligen drei Könige seine Andacht zuverrichten. Er brachte reiche Gaben an Gold, Edelsteinen und drei kostbaregolddurchwirkte Baldachine als Opfer dar.

Im Jahre 1337 kam Herzog Albrecht von Oestreich und 1338 derKönig von England nach Köln. Beide opferten kostbare Kleinodien. Ueber-haupt kam selten ein gekröntes Haupt in die Nähe von Köln, ohne denheiligen drei Königen seinen Tribut zu entrichten.

Als im Jahre 1789 in Frankreich die Revolution ausbrach, fürchteteman in Köln mit Recht, daß sich dieselbe bald auch bis dorthin ausdehnenwerde. Man war demnach darauf bedacht, die Reliquien der hh. drei Kö-nige, sowie die Schätze des Domes in Sicherheit zu bringen. Im Beiseindes Domkapitels wurden die genannten Reliquien in eine hölzerne Ladeverpackt und versiegelt. Ueber den Befund sowie die Einpackung wurde einProtokoll aufgenommen und sodann die Reliquien dem Gencralvikar Cas-pers übergeben, welcher sie nach Arnsbcrg, der Hauptstadt des HerzogthumsWestfalen, überbrachte und in der Kapelle des Klosters Wcdinghausen nie-derlegte. Mit den Reliquien wurde auch der Domschatz dorthin übcrbracht,