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des h. Eustorgius drei Särge mit Reliquien, die allgemein für die von demh. Eustorgius aus Constantinopel herübergebrachten Gebeine der h. dreiKönige gehalten wurden. Man brachte sie in eine Kirche der Stadt und1162 sielen sie mit vielen anderen Reliquien in die Hände der Eroberer.Der Kaiser zeigte sich um die Erhaltung der Reliquien sehr besorgt undschenkte sie den einzelnen Bischöfen, die sie zu ihren heimathlichen Kirchenbrachten; was er mit den bedeutendsten derselben, den Gebeinen der h. dreiKönige beabsichtigte, läßt sich nicht nachweisen, so Vieles auch die Sagedarüber zu erzählen weiß. Erst zwei Jahre später, kurz vor seiner Abreise,erhielt sie Rainald vom Kaiser geschenkt und führte sie nebst den Gebeinendes h. Felix und des h. Nabor mit sich nach Cöln.
Was die Nachricht der lütticher Quellen betrisst, daß der Kaiser dieReliquien der h. drei Könige zuerst dem Bischöfe von Lüttich und erst nachdessen Tode dem kölner Erzbischose geschenkt habe, so ist wenigstens dasLetzte entschieden unrichtig. Denn während Heinrich von Lüttich nach einergleichzeitigen Quelle im August 1l64, nach späteren Lüttichex Quellen söge»erst am 6. Oktober starb, trat Ncinald am 16. Juni mit den h. Gebeinenseine Rückreise an, hat sie also schon vor Heinrichs Tode vom Kaiser zumGeschenk erhalten.
Rcinald verließ, wie gesagt, mit seinen Schätzen am 16. Juni daskaiserliche Hoflager zu Pavia; auf dem kürzesten Wege aber, durch das süd-liche Deutschland, durfte er nicht nach Köln zurückkehren, da ihm die Wegedurch seine Feinde verlegt waren. Diese Feinde, die nicht ausdrücklich ge-nannt werden, waren ohne Zweifel der Pfalzgraf Konrad, der LandgrafLudwig von Thüringen, König Konrads Eidam und der junge HerzogFriedrich von Rotheuburg. Die Hoffnung aus reiche Beute mochte sie nichtweniger bestimmen, als ihre Feindschaft gegen den Erzbischof, denn es läßtsich nicht bezweifeln, daß ein Fürst, der mehrere Jahre mit fast unbeschränk-ter Vollmacht in Italien gewaltet hatte, dasselbe nicht mit leerer Hand ver-ließ. Reinald, der von Allem, was in Deutschland vorging, sehr genauunterrichtet gewesen zu sein scheint, beabsichtigte deshalb durch Burgund undLothringen seinen Rückweg zu nehmen. Am 12. Juni sandte er von Ver-celli einen Boten nach Köln mit einem Briefe voraus, damit ein würdigerEmpfang der Heiligthümer vorbereitet werde und setzte seine Reise überTurin und den Mont Cenis nach Burgund fort.
Reinald beabsichtigte, um seinen Feinden zu entgehen, von Burgundaus auf einem Umwege durch Flandern zurückzukehren; sein Weg hätte ihndurch das Gebiet des Grafen Heinrich von Champagne geführt, der ihmbefreundet war. Aber wahrscheinlich von diesem gewarnt, zog er von Vienncdurch Hochburgund zum Rheine und weiter den Strom hinab. Bei denzahlreichen Traditionen über die Durchführung der Gebeine der h. drei Kö-