Ankunft des Messias verkünde. Tertullian und andere melden, sie seienaus dem glücklichen Arabien gekommen, und auch dieses ist wahrscheinlich,sowohl weil dasselbe von Judäa aus nach dem Aufgange hin lag und reichan Gold, Weihrauch und Myrrhen war, als auch weil diese Annahme mitder Prophezeiung des Jesaias übereinstimmt, der sagt: „Alle von Saba(d. i. Arabien) werden kommen" und mit jenem Ausspruche Davids: „DieKönige von Arabien und Saba werden Gaben bringen." Und wiederum:„Es wird ihm das Gold Arabiens gegeben werden." Ueber den Weg, aufdem sie aus Furcht vor Herodes in ihr Land zurückkehrten, findet sich ineinem alten, im Jahre 1500 ohne Angabe des Verfassers in Cöln gedruck-ten Buche, daß er durch jene Länder führte, durch welche einst Holofernesmit seinem Heere aus Chaldäa nach Judäa zog und im Leben des h. Theo-dosius heißt es, daß sie in der Höhle dieses heiligen Einsiedlers übernachtethätten. Auch der gelehrte Kardinal Baronius ist dieser Ansicht.
Dagegen ist die Sage, daß sie nach der Himmelfahrt Christi vom h.Thomas im christlichen Glauben unterrichtet, getaust und zu Bischöfen ge-weiht und sodann in hohem Alter gestorben seien, nicht begründet; die Re-liquien deuten auf ein Alter von 20, 40 und 60 Jahre und ist demnachanzunehmen, daß ihr Tod bald nach ihrer Rückkehr in ihre Heimath erfolgtsein muß.
Aus den Berichten der Kirchenvater und der älteren Geschichtschreibermüssen wir schließen, daß ihre Leiber im Orient in hoher Verehrung stan-den, bis sie von der h. Helena, der Mutter des Kaisers Konstantin, nachConstantinopel gebracht und in der Sophienkirche beigesetzt wurden. Dortverblieben sie bis auf den Kaiser Emmanuel, welcher sie dem mit ihm be-sonders befreundeten Bischöfe Eustorgius von Mailand zum Geschenke machte.Dieser brachte sie nach Mailand.
Um den Anfang des Jahres 4159 starb der Erzbischof von Cöln,Friedrich II. von Altena, in Italien, wohin er dem Kaiser gefolgt war,und im Februar oder März 1159 wurde der Kanzler des Kaisers, Rai-nald von Dassel, vom Domkapitel und der Stadtgemeinde von Cöln ein-müthig zum Erzbischose gewählt. Mit der erzbischöslichen Würde von Cölnwar auch die eines Erzkanzlers des deutschen Reichs durch Italien verbun-den und der Einfluß Rainalds beim Kaiser war so groß, daß er unstreitignach dem Kaiser für die wichtigste Person des deutschen Reiches angesehenwurde. Als Reinald nun 1164 vom Kaiser in Pavia Urlaub nahm, umsich nach Cöln zu begeben, beschenkte ihn dieser nicht nur mit einem bedeu-tenden Bezirke auf beiden Seiten des Ticino, sondern machte ihm außerdemmit den Gebeinen der h. drei Könige ein Geschenk, das damals einen un-schätzbaren Werth hatte.
Bei der Zerstörung der Vorstädte Mailands durch die Mailänderselbst im Jahre 1158 entdeckte man in der vor den Thoren gelegenen Kirche