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Verkehrs beruhte. Anfänglich im Zimmer des Rathes oder in derStadtkanzlei aufbewahrt, verbrachte man sie in der schlimmen Zeitzu Ende des 14. Jahrhunderts in einen feuerfesten Raum des neu-erbauten Festungsthurmes an der St. Leonhardskirche. Hier bliebensie bis ins 17. Jahrhundert; gegen Ende desselben finden wir siemit dem grössten Theile der anderen Archivalien in dem 14^6 anStelle des Hauses Frauenrode zu Archivzwecken erbauten 1 hurme,erst im mittleren, später im unteren Gewölbe desselben in 11 (zuletzt15) hölzernen Laden, die in zwei lange eiserne Kisten eingelassenwaren. Von da kamen sie 1878 in das neue Archivgebäude amWeckmarkt.
Im Mittelalter bestand der Gebrauch, die Privilegien alljährlichauf dem Leonhards-Kirchhofe der versammelten Bürgerschaft öffentlichvorzulesen; es soll dies 1470 zum letzten Male geschehen sein. Nach-dem dies abgekommen, wurden immer noch die Privilegien theils inregelmässiger Abwechslung, theils bei besonderen Veranlassungenim Rathe verlesen; der grossen Masse der Bürgerschaft aber bliebensie unbekannt, zumal sie niemals durch den Druck verbreitet wurdenund die Abschriftnahme nur gegen die eidliche Verpflichtung der Ge-heimhaltung gestattet war. Mit der im Juni 1612 seitens der Bürgerdem Rathe vorgebrachten Bitte, die ihnen unbekannten Privilegienöffentlich mitzutheilen, begann die revolutionäre Bewegung, die sichan den Namen von Vincenz Fettmilch knüpft. Nach hartnäckigemWiderstande musste der Rath nachgeben: am 7. Juli begann er mitder Mittheilung der Privilegien an den Bürgerausschuss; sie wurdeerst am 19. Dezember beendet. Der sogen. Bürgervertrag vom 21.Dezember bestimmte in seinem ersten Artikel, dass der Rath allePrivilegien sieben Männern aus der Bürgerschaft vorzulegen habe.Nach den diesen Deputirten übergebenen Abschriften wurden diePrivilegien zum ersten Male 1614 von dem Buchdrucker JohannSauer, einem hervorragenden Führer der aufständischen Bürgerschaft,im Druck verbreitet, wozu der Rath auf Ansuchen des Bürger-Ausschusses seine Zustimmung geben musste. Das Werk führt denTitel: »Privilegia dess Heyligen Reichs Statt Frankfurt am Mayn.Auch etliche nicht wenige fürtreffliche Keyserliche vnd KöniglicheBegnadigungen, Immuniteten vnd Freyheiten. Sampt der GüldenBullen in Lateinischer Spraach, wie dieselbige auss dem rechtenFrankfurtischen Original genommen. Darinn viel fürnehme Regalien,Rechten und Gerechtigkeiten, in vnd ausserhalb der Statt in Mess-vnd andern Zeiten, gemeiner Statt zum besten zu befinden. Allesbeneben zweyen vollkommeneren Registern, deren das eine die