BISMARCK-NATIONAL-DENKMAL o WETTBEWERB
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von zwei Pylonen (Abb. 26), die eine mächtige Fernwirkung verbürgen, und wird geschlossendurch übereinanderliegende doppelte Bogengänge. Die Vorderwände der Pylonen sind reichskulpiert und mit Muschelkalk oder Granit verkleidet. Alles übrige Mauerwerk ist ausSparsamkeitsrücksichten in gewöhnlichem Bruchsteinmauerwerk (Grauwacke) ausgeführt, wo-durch zugleich die Bodenständigkeit des Materials gesichert ist.
Sehr sorgfältig überlegt ist die Grundrißentwicklung in dem Entwürfe Nr. 98, Motto:„Marck" (Professor Albin Müller, Darmstadt). Er legt aus örtlichen Gründen Wert aufeine Breitlagerung des Ganzen und auf eine rein architektonische Anlage, die im übrigen dieAnbringung von Skulpturen durchaus nicht ausschließt, obwohl sie nicht unbedingt erforderlichsind (Taf. 47, Fig. 81). Müller entwickelt die Anlage zunächst in der Hauptachse derart, daßeine halbkreisrunde Stützmauer weit in den Steinbruch hineingreift. Weiter zurück liegt dereigentliche Denkmalkörper, ein reichgegliederter Zentralbau, dahinter ein von Säulengängenumschlossener Ehrenhof, an den sich ein offener, kreisrunder Platz anschließt, der von Stein-pfosten begrenzt ist. Es folgt nach dem Berge hin eine halbrunde, von Pylonen flankierteApsis. Rechtwinklig zu jenem kreisrunden Platze setzt ein zweiter für festliche Aufzügegeeigneter Platz an, dem nach dem Bergabhange hin noch einmal eine Terrasse vorgelagert ist.Sehr genau hat Müller die Ab-und Zugänge, Wagenhalteplatz u. a. ... ~ •'^ % "~_
überlegt. Im Gegensatze zu diesen ..... " __ '
großen Horizontalen ist am Haupt- i *
bau stark und wiederholt die ''~ ' :'" } 1 ' . *j/
Senkrechte betont, damit selbst ' - ■ ~^\^^-'
bei starker Ueberschneidung der *-,
künstlerische Gesamteindruck ge- ' •-,.
wahrt bleibt. Die Formensprache
ist durchaus selbständig. In der
Hauptsache wirken die Senkrechten
und Wagerechten als tragende und ■'/
getragene Elemente. Wie Bismarck -_■'., . ~- ||
sein Werk nicht auf die Schultern ' . ■>- • . . . /
des alten Deutschen Reiches stellte, *~e*^ •
so will Müller auch zu seiner Ehrung * v ,,*'■?.',
eine eigene Formensprache und
eigenen Ausdruck finden. Daher Abb. 25. Treue um Treue (Nr. 135). H.BilUn K u.H.Btthler,Karlsruhe.
wird jeder Anklang an historisches Ornament konsequent vermieden, möglichst die konstruktivnotwendige Form allein verwendet, alles kleinlich Schmückende ausgeschlossen. Die Maßesind mit einer gewissen Gesetzmäßigkeit aufgebaut und dem Berg eingegliedert. Es wurdenan Ort und Stelle dazu eingehende Vermessungen vorgenommen.
Wichtiger als alle formalen Aufgaben ist ja die Schaffung eines richtigen Maßstabes, wieauch William Müller, Berlin, ausführt (Entwurf 87, Motto: „Heros"). Die Aehnlichkeitmit einem profanen Motiv, etwa einer Laube oder einem Weinberghause, würde die Würdeder Aufgabe empfindlich stören. Es muß daher ein selbständiger Kontur dem Bauwerk seinenCharakter aufprägen, wie ihn Müllers Hauptturm aufweist. Die gewaltige Baumasse desselbenumschließt eine 24 Meter weite und 30 Meter hohe Kuppelhalle von streng deutschenFormen, in der sich eine kräftige Dankopferschale oder eine mächtige Bismarckfigur in antikerAuffassung erhebt (Taf. 48, Fig. 83). Als Beleuchtungsquelle dient eine 9 Meter großeOeffnung in der Kuppel. Für die Außenarchitektur ist Muschelkalk gedacht, die Kuppel istaus Eisenbeton, die Wände in echt Stein. Dem Hauptturm ist ein als Festplatz ausgebildetesPlateau vorgelagert, das von einem weiten Säulengange architektonisch eingefaßt ist (Taf. 48,Fig. 82). Die buchenbewaldete Anhöhe verleitet ferner zur Anlage einer Schutzhalle mitWirtschaftsbetrieb.
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