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Hundert Entwürfe aus dem Wettbewerb für das Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück-Bingen
Entstehung
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Abb. 7. „Es kann die Spur von meinen Erdetagen

nicht in Aeonen untergehen". (Nr. 60, Variante.)

W. Kreis, Düsseldorf.

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2. Erläuterungenzu den Abbildungen der Wettbewerbs-Entwürfe.

Die Aufgabe, dem Fürsten Bismarck ein National-Denkmal auf der Elisenhöhe zuerrichten, hat unter den deutschen Künstlern das allergrößte Interesse erregt, wie die Zahlund die Namen der Teilnehmer am Wettbewerb beweisen. Der Anlaß für diese regeBeteiligung ist zunächst in der Persönlichkeit des Fürsten selbst zu suchen, in dem Reize, deneine solche Aufgabe für jeden groß denkenden Künstler haben muß. Sodann in der Höhe derausgelobten Preise. Ferner in dem geringen Beschäftigungsgrade unserer Monumentalkünstler,denen neuerdings nur wenig große Aufgaben gestellt werden, nachdem die Hochflut derKriegserinnerungsdenkmale sich verlaufen hat. Endlich wirkte wohl auch die günstige Lageder Elisenhöhe und ihre besondere Eignung als Denkmalplatz mit. Allerdings wurden auchEinwände dagegen erhoben. Die einen verlangten, daß dies Denkmal an einsamer Stätte, ferndem Alltagslärm errichtet werde. Ihnen muß man entgegnen, daß mindestens ebenso guteGründe dafür sprechen, das Denkmal an leicht sichtbarer und bequem zugänglicher Stelle zuerrichten, nicht verborgen in der Einsamkeit. Andere forderten ein Denkmal auf einer Rhein-insel. Ob hier eine bessere Denkmalwirkung zu erzielen ist, bleibt ungewiß. Sicher ist nur,daß es dort schwerer zugänglich wäre und der Platz für die Abhaltung großer Volksfeste undWettspiele da fehlen würde. Auch in einer Ebene oder in einer rheinischen Stadt darf esnicht stehen. Es könnte eingebaut oder von neueren Riesenbauten erdrückt werden.

Bleibt also nur ein Höhendenkmal. Dafür empfiehlt sich die Wahl der Elisenhöhe beiBingerbrück.

Die zentrale Lage von Bingerbrück, ihre leichte Zugänglichkeit (alle Züge halten hier),die Möglichkeit, unter Zuhilfenahme von Bingen Verpflegung und Unterkommen auch fürgroße Menschenmassen zu sichern, sei betont. Die Elisenhöhe selbst als Denkmalplatz zuempfehlen, ihre herrliche Lage zwischen Rhein und Nahe, ihre mäßige Höhe, ihre schöngeformten Berglinien und ihr weites Plateau mit den köstlichen Ausblicken zu rühmen, istüberflüssig. Wohl jeder Künstler, der hier oben stand, hat das ausgesprochen. Es lag alsokein Grund vor, von der Wahl der Elisenhöhe abzusehen. Anderseits wäre ein endloserKampf und die unerfreulichste Rivalität entfesselt worden, sobald der Streit um den Denkmal-platz noch einmal eröffnet wurde. Endlich war der sofortige Ankauf der in Frage kommendenGrundstücke notwendig, um rechtzeitig die Bauspekulation auszuschalten.

Das Preisgericht erkannte es als seine Pflicht, vorab den gewählten Ort nochmals genauzu prüfen und nur die Denkmalentwürfe zur Preiserteilung zuzulassen, die den Anforderungendes Ortes vollkommen entsprachen. Die Jury kam dabei zu der Ueberzeugung, daß die ein-fache Schönheit der Elisenhöhe und ihre verhältnismäßig bescheidenen Abmessungen alleübertrieben hohen und die Landschaft erdrückenden Bauten ausschlössen. Auch das Preis-ausschreiben wirkte in diesem Sinne beschränkend. Es verlangte unbedingte Zurückweisungderjenigen Entwürfe, die über den Kostenvoranschlag von 1800 000 Mk. hinausgingen. Dabeimußte selbstverständlich die Verwendung von gutem, wirklich monumentalem Material voraus-gesetzt werden.

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