42
BISMARCK-NATIONAL-DENKMAL □ WETTBEWERB
Die Forderung, daß das Monument von allen Seiten sichtbar sein soll, zwang dazu, denHöhepunkt der Anlage möglichst an den Steilabfall des Berges vorzurücken. Von da auserweitert sich das Gelände der Elisenhöhe, allmählich ansteigend und sich verbreiternd. Darausergab sich fast mit zwingender Logik die Lösung des Problems, die der preisgekrönte Entwurfvon Fischer, Düsseldorf, aufweist. Auf der Felsspitze die Weihestätte. Daran anschließendein schöner Vorplatz, der den Herausschreitenden zur Sammlung zwingt. Darüber hinaus derweitgestreckte Volksfestplatz (Taf. 44, Fig. 75, 76).
In den Erläuterungsberichten gehen die Ansichten über die Behandlung der Hochebeneauf der Elisenhöhe diametral auseinander. Die einen verlangen möglichste Beibehaltung desjetzigen Zustandes, die anderen fordern bei der Unregelmäßigkeit der Fläche und dem Mangelbesonders typischer Formen einheitliche Umbildung, geschlossene Platzwirkung. Sehr einfachund doch eindrucksvoll ist die Lösung von G e b r. Mi es, Aachen (Nr. 216, Motto: „Deutsch-lands Dank", Taf. 45, Fig. 77), die zwischen zwei Pylonen im Halbrund die Bismarckfigursetzen und davor einen rechteckigen Platz durch Pfeilernstellungen abgrenzen. AuchE. Trehde, Berlin (Nr. 281, Taf. 45, Fig. 78), gibt in seinem Motto „Festplatz und Ehren-hof" knapp und treffend sein Programm. Nach dem Rhein hin ein langgestreckter Ehrenhof,von Pfeilerkolonnaden begrenzt, in die eine Festhalle eingegliedert ist. Rechtwinklig dazu
Abb. 24. Festplatz und Ehrenhof (Nr. 281). Architekt E. Trehde, Berlin.
ein Festplatz von überraschenden Dimensionen (Abb. 24). Hermann Billing, Karlsruhe(Nr. 135, Abb. 25) versteht es, der Landschaft noch stärker den Stempel seiner Persönlichkeitaufzuprägen. Die ganze Anlage entwickelt sich in einer langgestreckten Achse. Zunächst überhoher Terrasse ein offener Rundbau, eine Art Arena, die einen gewaltigen sitzenden Zeus-Bismarck umschließt (Taf. 46, Fig. 79). Dahinter ein Festplatz von überaus glücklichen Ver-hältnissen. Weiterhin ansteigende Terrassen, auf denen ein kleiner Rundbau das Hauptmotivwiederholt und ausklingen läßt, zugleich den Zugang zu einem kleineren Platze am Waldes-saume ergebend.
Sonst werden vielfach als Abschluß des Hauptplatzes am Waldessaume langgestreckteFesthallen und Erfrischungsräume angeordnet, die sich gefällig vom grünen Laubhinter-grunde abheben, oder man wählt amphitheatralisch ansteigende Terrassen mit Sitzplätzen.Dieser Gedanke ist im Entwurf Nr. 234 (Motto: „Panathenäen") konsequent fortgebildet(Taf. 47, Fig. 80).
Die Verfasser, Architekt Hans Poelzig und Bildhauer Theodor von Gosen in Breslau,wünschten eine den Rhein beherrschende Wirkung des Denkmals, das zugleich ideellen undpraktischen Zwecken dienen soll. Der praktische Zweck liegt in der Anlage als Festspielplatz.Ein elliptischer, arenaartiger Raum, eine Art Naturtheater ist gedacht, nach dem Rhein hingeschlossen. Der Platz öffnet sich nach Westen auf eine Treppenanlage, auf deren höchstemPunkt ein sitzender Bismarck in Granit steht. Dieser eigentliche Denkmalplatz wird flankiert