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Hundert Entwürfe aus dem Wettbewerb für das Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück-Bingen
Entstehung
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BISMARCK-NATIONAL-DENKMAL d WETTBEWERB

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und körperlos erscheinen zu lassen. Nach rückwärts schließt sich über breite Treppenanlagender Festplatz an, 125 Meter lang, etwa 70 Meter breit. Er faßt in seinem begrenzten Teiletwa 20 000 Menschen. Seitliche Hallenbauten, die sich der spitzwinkligen Grundform desBergplateaus anpassen, begrenzen die Langseiten des Festplatzes und schließen ihn anRundbau und Rheinterrasse an (Abb. 21). Sie dienen dem Festplatz als Estraden undbieten nach außen lange Aussichtsterrassen. Gleichzeitig schaffen sie den künstlerischenUebergang zwischen Denkmal und Bergrücken. Die Bausumme von 1 800 000 Mk. genügt,den Entwurf in bestem Material und in solidester Weise ausführen zu können.

Die vorgenannten Grundsätze sind auch für die übrigen Entwürfe Brantzkys maßgebendgewesen, für Nr. 67 (Motto: „Los vom Schema") und Nr. 68 (Motto: „Ein Markstein",Taf. 31, Fig. 48), endlich für die Variante „Bergsilhouette" (Nr. 69). Hier stellt er dieRolandsfigur Bismarcks aus dem Felsen organisch erwachsend vor dem Abhang auf (Taf. 31,Fig. 47). Dahinter entwickelt sich die Terrasse, und ein trotziger, mit niedriger Kuppelgedeckter Hallenbau schließt nach dem Festplatz hin die Anlage ab. Das Ganze schmiegtsich möglichst innig den Konturen des Berges an. Für die Verblendung des Mauerwerkswird im wesentlichen der malerische Muschelkalk in Aussicht genommen, für das Innere derHalle Granitwerkstein.

Beziehungen zum rheinischen Burgenbau suchen auch Thiersch und Dasio, beide inMünchen (Nr. 151, Motto: „Perennius"). Das Motiv des Bergfrieds unserer deutschen Burgenscheint ihnen ansprechender als antike Tempelformen (Taf. 32, Fig. 49). Die schlichte archi-tektonische Gestaltung würde die Fernwirkung sichern und die Persönlichkeit des Altreichs-kanzlers zugleich symbolisieren. Als Uebergang zum Terrain soll eine kraftvolle Terrassedienen, von der aus sich der dahinter liegende Festplatz in sanftem Ansteigen allmählichentwickelt. Es schließt gegen den Wald hin im Halbrund mit einer Zuschauerböschung zurAufnahme größerer Volksmengen bei Festspielen. Die architektonischen Einzelheiten des Auf-baues ergeben sich aus den Abbildungen. Das Relief an der Vorderseite soll „Jungsiegfried",das Relief an der Rückseite „Mutter Germania"darstellen. Die Reiterreliefs am Sockel sollenals Sinnbild deutscher Jugendkraft wirken.Der flach gedeckte Turm, die Feuerpfannen anden Ecken der Terrasse und an den Flankendes Amphitheaters sollen bei nationalen Festenden ganzen Festplatz mit aufloderndemFlammenschein übergießen. Im Inneren derkuppelüberwölbten Halle würde eine Bismarck-figur zu errichten sein. Als Baumaterial wird,wenn irgend möglich, für den Turm selbstund den Hauptteil der Terrassen Muschel-kalk angenommen. Kommen Festplatz undAmphitheater in Wegfall, so können sämt-liche Verblendungen in Muschelkalk durch-geführt werden. Die vornehme Silhouetten-wirkung des Entwurfs ergibt sich aus unsererAbbildung (Taf. 32, Fig. 50), doch sprichtdas Protokoll die Befürchtung aus, daß dieserTurm zu sehr an vorhandene rheinischeTurmformen anklingt.

Die umfassendste Burganlage hat unter dem Motto: „Deutschland seinem Bismarck"Bodo Ebhardt geschaffen (Taf. 33, Fig. 51). Der Entwurf ist schon in einem Fachblatteausführlich gewürdigt und vom Künstler selbst in einer eigenen Druckschrift erläutert worden.Interessenten wird zweifellos diese Drucksache vom Verfasser zur Verfügung gestellt. So

Abb. 21. Sache der Auffassung- (Nr. 70).

Architekt Franz Brantzky, Köln.

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