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B1SMARCK-NATIONAL-DENKMAL d WETTBEWERB
C. Moritz, Cöln (Nr. 72, Motto: „Ringmal") errichtet einen Komplex von Türmen, diezu einer Einheit architektonisch verschmolzen sind (Taf. 29, Fig. 45). Aus gemeinsamemUnterbau wachsen sie auf, in freier Größe ragen sie nebeneinander empor als Wahrzeichendeutscher Stammesart und Reichseinheit, zu-
gleich als Symbol der trotzigen Wehrhaftigkeitdes Reiches.
Doch ist die Anlehnung an alte rheini-sche Burgen offensichtlich vermieden, wie jadie meisten der Wettbewerber diesem ver-lockenden Gedanken absichtlich aus demWege gingen (vergleiche die Erläuterungs-berichte). Dagegen hat Franz Brantzky,Köln, gerade diese Lösung gesucht (Nr. 70,Motto: „Sache der Auffassung", Taf. 30,Fig. 46a). Ausdrücklich erklärt er aber, daßer dazu nicht durch äußerliche Anpassung,sondern aus inneren Gründen gekommen ist.Bodenwüchsig, aus dem Felsen organischerwachsend, wie es die alten Burgen ja waren,will er auch sein Denkmal gestalten. FünfLeitsätze gibt er für seine Entwürfe. Erverlangt 1. einen ausgesprochen deutschenCharakter der Gesamtanlage, 2. Unterord-nung des Denkmals unter die Landschaft,3. soll das Denkmal mit dem Berg unzer-trennlich verwachsen sein und diesen Bergin seiner ästhetischen Wirkung in jederHinsicht steigern, seine natürlichen Linienstilisierend veredeln, womit eine starke
Abb. 20. Babel (Nr. 96). Architekt Alwin Hau«, Bielefeld.
Höhenentwicklung ausgeschlossen ist, 4. das Denkmal muß einfach und klar,jedem verständlich und dadurch volkstümlich sein, auch groß genug, um den Begriff„National-Denkmal" zu rechtfertigen, endlich 5. soll es auf das Niederwald-Denkmal Rück-sicht nehmen. Es muß als ausgesprochener Gegensatz gestaltet sein. Der an der einenSeite der Elisenhöhe befindliche Steinbruch, der wie ein hohler Zahn klafft und den Bergzerreist, muß in den Denkmalplan einbezogen werden. Eine große halbrunde Terrassemit Aussicht rheinauf- und -abwärts überbaut den Steinbruch, läßt das häßliche Loch ver-schwinden und schafft den organischen Uebergang von der Natur- zur Kunstform. DieseTerrassenmauer mißt an ihrer oberen Breite 46 Meter und erreicht in der Mitte eine Höhevon 30 Meter. Auf diesem ruhigen Hintergrund erhebt sich in Hochrelief die GestaltBismarcks als geharnischter Reiter mit dem Reichsbanner als Kraftsymbol des geeintenDeutschen Reiches. Roß und Reiter haben 12,50 Meter Höhe und stellen sich in dieserAnordnung und Größe in einen angemessenen Maßstab sowohl zum Denkmal als auch zuden Häusern der darunter liegenden Stadt. Die Terrasse wird von einem offenen Rundbau(31 Meter Durchmesser) mit 26 Säulen bekrönt. Dieser Rundbau, der Hauptteil desDenkmals, birgt in seiner Mitte das eigentliche Bisimrck-Monument, eine nach dem Fest-platz zugewandte Statue von 10 Meter Höhe: Bismarcks Gestalt als Mensch, wie sie derNachwelt erhalten zu bleiben verdient (Taf. 30, Fig. 46). Die Gesamtwirkung des Raumesist durch Reliefs und Stufenvertiefungen gesteigert. Dieser höchste Teil des Denkmals istnur 5 Meter höher als die zurzeit auf der Elisenhöhe stehende Schutzhalle, woraus sich ambesten ein Bild der Maßverhältnisse ergibt. Die 11,5 Meter hohen Säulen des Rundbauessind nach der Terrasse zu bis auf 9 Meter Höhe geschlossen, um das Denkmal nicht hohl