BISMARCK-NATIONAL-DENKMAL n WETTBEWERB
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verschiedenen Teile des Geländes zu entwickeln, ist ihm ein mächtiges Gebot." Auf derHöhe des Berges errichtet er einen zart silhouettierten Kuppelbau (Taf. 18, Fig. 27). Durch einevorgelagerte weite Terrasse bietet er freie Aussicht nach allen Seiten. Eine Kanzel auf demFelsenvorsprung vor dem Steinbruch führt den Blick in die Tiefe. Wo der Ausblick nichtmehr von Bedeutung ist, umrahmen Laubgänge und Gartenanlagen den Platz. An der tiefstenStelle des Steinbruchs, am Fuße des Berges also, wird ein kleines, kreisrundes, mauer-umschlossenes Heiligtum geplant, über das Bäume ihre Laubkronen wölben. In einem kleinenWasserbecken spiegelt sich eine Gruppe, die den Frieden versinnbildlicht. Auch der Kuppelbauwird durch seitwärts sich angliedernde Nebenbauten allmählich in die Umgebung übergeleitet.Das aufgehende Mauerwerk der Bauten soll in Grauwacke ausgeführt und in Kalkstein ver-blendet werden. Die Eisenbetonkuppel wird mit Kupfer gedeckt, wie auch die Laterne mitornamentierten Kupferplatten zu verkleiden wäre. Für den Bodenbelag und die Stufen in dergroßen Halle wählt er geschliffenen Granit mit mosaikartigen Einlagen, die Wände aberverkleidet er mit Kalkstein und schmückt sie mit reicher Bildhauerarbeit. Das deutscheKunstgewerbe soll da Gelegenheit finden, in großem Stile sich zu betätigen. Ein triumph-bogenartiges, reich geschmücktes Portal bildet den Eingang zu diesem festlich reichenInnenraum. Riemerschmids Streben geht dahin, daß an diesem Bismarck-Denkmal „nichtnur ein Künstler zu Worte kommen soll, sondern die Allerbesten ihr Bestes zusammentragendürfen". Die Kuppel denkt er sich in reichem Mosaikschmuck erglänzend, die Wände derHalle sind bestimmt zur Bemalung mit Fresken. Bismarcks Lebenswerk und große Ereignisseder Deutschen Geschichte, die als Vorbereitung hierzu gelten dürfen, sollen verherrlichtwerden. In den Nischen können deutsche Märchen und Sagen Raum finden. Am Haupt-eingang soll in 36 Figuren das deutsche Volk aus allen Ständen und Stämmen dargestelltwerden. Reiche Bronzetüren schließen den Raum ab. Reliefs und Einzelgestalten sollen in denLaubengängen und Bogenhallen verteilt sein. In den Nebenräumen werden die äußere Erschei-nung und die Persönlichkeit Bismarcks, gemalte und gemeißelte Porträts des Helden, alles,was in Schrift und Druck auf den Fürsten Bezug hat, als ein großes Archiv vereinigt sein.Aus ähnlicher Empfindung heraus wie Riemerschmid hat auch Richard Berndl inMünchen die Aufgabe zu lösen versucht (Nr. 274, Motto: „Adler"). Er will nicht die Reiheder schon vorhandenen Bismarck-Denkmäler fortsetzen, vielmehr aus dem Platz heraus dieIdee eines neuen großen National-Denkmals gewinnen. Das gewaltige Bild, das von derjetzigen Aussichtshalle dem Beschauer sich darbietet und das ihn unwillkürlich darangemahnt, daß es Bismarck war, der die deutschen Stämme einigte und den deutschen Rheinunserm Volke sicherte, muß im Denkmal Ausdruck finden. Darum errichtet er auf der Kuppedes Felsens eine Gedächtnishalle (Taf. 18, Fig. 28, Taf. 29, Fig. 28a). Sockel und Treppenstufensollen in Granit, das aufgehende Mauerwerk in Sandstein ausgeführt werden. Im Inneren istder Rundbau durch eine Folge von 16 Nischen gegliedert, in denen kräftige Schildhalter dieNamen der deutschen Stämme auf mächtigen Steintafeln eingegraben tragen. Die Hauptnischeaber ist für eine Statue Bismarcks als Wächters der deutschen Einheit bestimmt. Darüber erhebtsich ein Tambur, der durch 16 hochliegende Rundfenster Licht spendet. Den Scheitel desKuppelgewölbes aber schmückt ein mächtiger Mosaikadler, der die Schlange der Zwietracht inseinen Krallen erwürgt. Nach außen sind dem Rundbau kräftige Pilaster vorgelagert undeine umlaufende Halle angeordnet, die den Ausblick in die Landschaft ermöglicht. DasGanze steht auf einer weiten Terrassenanlage, von der eine monumentale Treppenanlage zurZufahrtsstraße hinabführt. Gegen die Berglehne hin ist ein Festplatz angeordnet, zu demvom Rundbau eine gepflasterte Straße und eine Treppenanlage mit Brunnen führt. DerFestplatz zeigt rechteckige Form und ist von geschlossenen Baumreihen umgeben. Gegendie Berglehne hin ist noch eine höherliegende Terrasse mit Treppenanlagen als Abschlußvorgesehen. Den Platz selbst umgeben wuchtige Steinsäulen. Zwei Kolossalfiguren „Kriegund Frieden" schmücken ihn überdies und geben den Maßstab für seine Abmessungen. Soist die ganze Anlage dem Hügel vortrefflich angepaßt. Der Kuppelbau aber ist in Abmes-
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