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Hundert Entwürfe aus dem Wettbewerb für das Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück-Bingen
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BISMARCK-NATIONAL-DENKMAL o WETTBEWERB

Das Innere zeigt Wände von poliertem Muschelkalk und ist durch zwölf Pfeiler von glänzen-dem schlesischem Marmor gegliedert. In der Mitte dieses hohen Domes erhebt sichzwischen vier Adlern thronend die Zeusgestalt Bismarcks, ernst, fast drohend, in schwarzemGranit gebildet (Taf. 14, Fig. 20).

In dem Entwürfe 107a (Motto : „Für Jahrhunderte") wählt L e d e r e r die Gestalt einesgewaltigen, sitzenden Löwen als Wahrzeichen der Kraft und Größe Bismarcks. Der den Rheinentlang fahrende Schiffer und Wanderer soll schon von ferne beim Anblick dieses mächtigenMales in seinen Bannkreis gezogen werden. Lederer will damit den vielen Architekturdenk-mälern am Rhein ein besonders geartetes und sich scharf unterscheidendes Denkmal entgegen-stellen und glaubt, daß eine derartige Lösung sehr volkstümlich werden kann. Auch er ver-zichtet auf jegliche Anbringung eines Bismarck-Porträts, da nach seiner Meinung die Inschrift„Bismarck" völlig genügt (Abb. 14).

Einer der größten Entwürfe dieser Richtung, imponierend durch seine konzentrierteKraft, war Nr. 378, Verfasser Bruno Schmitz. Leider hat der Künstler seinen Entwurfzurückgezogen, so daß Abbildungen desselben nicht gegeben werden dürfen.

Bruno Schmitz geht von dem Prinzip aus, daß an der gegebenen Stelle angesichts derweiten Rheinlandschaft nur die denkbar größten Massen eine Wirkung ergeben. Darum läßter einen stattlichen Kuppelbau aufragen, der eine Bismarckstatue umschließt. Das Projektmußte vom Preisgericht wegen offensichtlicher Ueberschreitung der Bausumme ausgeschiedenwerden. Im Erläuterungsberichte erinnert Bruno Schmitz selbst daran, daß für das Völker-schlacht-Denkmal bei Leipzig in Sachsen allein über fünf Millionen aufgebracht seien undrechnet bestimmt darauf, daß der Bismarckgedanke noch zugkräftiger ist. Damit begründeter selbst die Notwendigkeit einer Ueberschreitung der Bausumme.

Andere haben die Dimensionen ihrer Kuppelbauten so weit eingeschränkt, daß Ueber-schreitungen sich vermeiden ließen. Senf und Haller (Nr. 175, Motto: „Monolith") wählenein vereinfachtes Pantheon als Sockel für einegewaltige Reiterstatue (Abb. 15), im Entwurf„Otto" (Nr. 319) wird ein schlichter Rund-bau mit Flachkuppel lediglich durch kurvierteStreben gegliedert (Taf. 16, Fig. 23). Andereentwickeln die vorgelagerten Strebepfeiler alsbreite Sockel, die wuchtigen Ritterfiguren alsBasis dienen. So Schopohl und Oesten,Berlin (Nr. 168, Taf. 16, Fig.24). AuchH.Renardund J. Mo est, Köln, wählen einen Rundbau mitOberlicht als geeignetsten Aufstellungsort fürein Reiterdenkmal. Sie gliedern den Bau so, daßer weder zu stark mit den rheinischen Bautenkontrastiert, noch allzusehr unseren Burgen ähnelt (Taf. 17, Fig. 25, 26). Dabei wählen siemöglichst germanische Motive und schlagen für die Ausführung rheinisches Material vor,etwa Säulenbasalt und Basaltlava für das Aeußere, Ettringer Tuff für das Innere. Nur dieBismarckfigur sollte in poliertem Granit ausgeführt werden, der des „deutschen Recken" würdigist (Höhe einschließlich Plinthe 12 Meter). Sehr sorgfältig haben die Künstler die Verhältnisseüberlegt und zu dem Zwecke eine Reihe verwandter Bauten maßstäblich neben ihrem Entwurfaufgetragen. Der Durchmesser des von Konchen umgebenen Raumes, ebenso wie die innereHöhe, beträgt 32 Meter. Der äußere Durchmesser soll 43,50 Meter, bei einer Höhe (von Plateaubis Kuppelscheitel im Aeußern gemessen) von 39 Meter betragen.

Noch mehr nach der anmutigen Seite hin will Richard Riemerschmid sein Denkmalentwickeln. (Nr. 211, Motto : „Der Berg"). „Die von der Natur überreich gebotene Schönheitdes Ortes möchte der Verfasser steigern. Die Großartigkeit und die Wucht des BismarckschenWesens soll nicht verschwiegen bleiben, aber jede Pose vermieden werden. Die Eigenart der

Abb. 15. Monolith (Nr. 175).

H. Senf und W. Haller, Frankfurt a. M.