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Hundert Entwürfe aus dem Wettbewerb für das Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück-Bingen
Entstehung
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BISMARCK-NATIONAL-DENKMAL o WETTBEWERB

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artigen Denkmalen unbedingt erforderlich. Dafür ist es am günstigsten, wenn die Höhe desObjektes der Breite gleich ist." So kam Kreis auf eine starke ruhige Silhouette undbemühte sich, den Detailmaßstab in Grenzen zu halten, so daß das Werk auch wirklichebenso groß erscheint, als es ist. Mit Vorbedacht wählte Kreis die Form der Gedächtnishalle,eines Bauwerkes von schlichter, starker Art (Taf. 8, Fig. 12). Schon aus Rücksicht auf dasFigurendenkmal des Niederwaldes, um jedeKonkurrenz zu vermeiden. „Die Bismarck-statue muß im Innern eines solchen Denk-mals stehen, da sie hier weit stärker wirktals in der Natur; nichts lenkt den Beschauerab (Taf. 9, Fig. 13). So könnte aus der Ver-einigung einer Bismarck-Gedächtnishalle, dieweithin imponierend und befriedigend aufden Ankommenden wirkt, mit einem Denk-mal von überwältigender Kraft ein wirklichesBismarck-National-Denkmal entstehen." DenBedenken gegen die Höhe stellt Kreis dieTatsache entgegen, daß sein Bauwerk nurknapp 56 Meter hoch sei, während dasKyffhäuser-Denkmal 70 Meter ohne dieTerrassen, die Burg Stolzenfels mehr als50 Meter mißt.

Kreis läßt in seinem Hauptentwurf dasbekannte Motiv seiner Bismarcksäulen, diemit einander verwachsenen Rundpfeiler, leiseanklingen. Viel unmittelbarer wird diesesPrinzip in dem Entwurf Nr. 264 (Motto:„Felsenfest") von O. Schubert, Dresden(Taf, 13, Fig. 19), und wieder in anderer Formvon O. Leittolf, München (Nr. 30, Motto:

Abb. 14. Für Jahrhunderte (Nr. 107a).Hugo Lederer, Berlin.

„In hoher Halle", Abb. 13), aufgenommen und zu neuer eigenartiger Lösung gebracht.Die Höhe des Rundbaues bei Leittolf beträgt 39 Meter, bei Schubert 75 Meter.

Wie eindringlich und gewissenhaft Kreis sich mit dem Bismarck-Denkmal beschäftigthat, ergibt sich schon daraus, daß er noch mehrere andere Projekte (Nr. 59, 61 und 62) gab.So versucht er in Nr. 61 (Motto: „Vor Gott muß alles ewig sein") die Gedenkhallenicht zentral, sondern langgestreckt, etwa als basilikalen Raum zu entwickeln, mit vier stumpfenEcktürmen, das Dach von Feuerbecken bekrönt (Taf. 10, Fig. 14, 15). Das Hauptschiff imInneren ist durch schwere dorische Säulen begrenzt, die den Blick zur Bismarckstatue hin-leiten. Unter dem Motto: „Dein Licht, wer kann es rauben" (Nr. 62) bietet erwiederum einen Langhausbau mit hoher, turmartiger Kuppel über der Front (Taf. 11, Fig. 16, 17).Das Innere bildet einen unbedeckten Hof, an dessen Schmalseite die Bismarckstatue sicherhebt. Eine vierte Fassung gibt Kreis unter dem Motto: „Die Flamme lodre durchden Rauch" (Nr. 59). Hier wird das in Kreuzform ausgebildete Sockelgeschoß mit einerPyramide bekrönt (Taf. 12, Fig. 18).

Als reifste Lösung betrachtet Kreis selber seinen Entwurf Nr. 60, von dem das Preis-gericht nur eine Variante durch Ankauf ehrte (Abb. 7). Daß er mit diesem Entwurf auf demrichtigen Wege war, glaubt der Künstler auch dadurch erhärten zu können, daß Ledererund Bruno Schmitz, ganz unabhängig von einander, zu derselben Idee gekommen sind.Leider hat Lederer zu seinem Hauptentwurf Nr. 107 (Motto: „Bismarcks Gedenkhalleauf dem Hunsrück") keinen Erläuterungsbericht vorgelegt. Er gibt dem schweren, breit-gelagerten Kuppelbau aus Muschelkalk sehr einfache, ja primitive Formen (Taf. 15, Fig. 21).

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