KK3(B9KSHGMBMHHHaHaHKS«^
20
BISMARCK-NATIONAL-DENKMAL d WETTBEWERB
eröffnet. Es wurden alsdann gewählt zum I. Vor-sitzenden: Herr Prof. Dr. Lichtwark, zum II.Vorsitzenden: Herr Geh. Regierungs-Rat Prof.Dr. Max S ch m i d. Hierauf eröffnete der Vor-sitzende die Versammlung. Er verwies zunächstauf das den Mitgliedern des Preisgerichts zurVerfügung gestellte gedruckte „Verzeichnis der379 eingegangenen Wettbewerbs-Entwürfe". DieAnordnung entspreche der Saalfolge im Kunst-palast und das Ergebnis der technischen Vor-prüfung sei bei jedem Entwurf vermerkt. Dieseunentbehrliche Unterlage sei das Ergebnis dermühevollen Arbeit des Kgl. Baurats Haeuser,Kreuznach, und seiner Gehilfen. Das Preisgerichtspricht Herrn Baurat Haeuser und seinen Gehilfenden lebhaftesten Dank aus. Es wurden zunächstBeschlüsse über die Art des Vorgehens gefaßt.Sodann trat man einen orientierenden Rundgangdurch die 64 mit Entwürfen besetzten Räumedes Kunstpalastes an. Bei der darauf erfolgendenersten Sichtung begann man die Entwürfe aus-zuscheiden, die für die Prämiierung nicht inBetracht kommen konnten. Schluß der I. Sitzung12 Uhr mittags.II. Sitzung. Montag, den 23. Januar 1911, Beginn1 Uhr mittags. Es wurde mit der Ausscheidungder für die Prämiierung nicht in Betracht kommen-den Entwürfe fortgefahren. Das Schlußergebniswar, daß 234 Entwürfe ausfielen. Für diese Aus-scheidung war Einstimmigkeit erforderlich. Schlußder II. Sitzung 5 1 /., Uhr nachmittags.
III. Sitzung. Dienstag, den 24. Januar 1911, Beginn9 Uhr vormittags. Bei einer erneuten Durchsichtwurden von den 145 zurückgebliebenen Entwürfenwiederum 104 ausgeschieden. Diese Ausscheidungerfolgte durch Stimmenmehrheit. Schluß derSitzung 12 Uhr mittags.
IV. Sitzung. Dienstag, den 24. Januar 1911, Beginn1 Uhr mittags. Es standen nach Abschluß derersten Sichtung 41 Entwürfe zur engeren Wahl.Aus dieser Zahl wurden zunächst diejenigen aus-gesondert, für deren Zulassung zur Preiserteilungsich keine Mehrheit fand. Schluß der Sitzung5 Uhr nachmittags.
V. Sitzung. Mittwoch, den 25. Januar 1911, Beginn9 Uhr vormittags. Fortsetzung und Nachprüfungder in der IV. Sitzung begonnenen Arbeit. Schlußder Sitzung 12 Uhr mittags.
VI. Sitzung. Mittwoch, den 25. Januar 1911, Beginn1 Uhr mittags. Fortsetzung der Arbeit. Nach-prüfung der gesamten früheren Beschlüsse. Schlußder Sitzung 5 Uhr nachmittags.
VII. Sitzung. Donnerstag, den 26. Januarl911, Beginn9 Uhr vormittags. Nach Zusammenstellung derin die engste Wahl gekommenen Entwürfe wirdüber die Reihenfolge der Preiserteilung berat-schlagt. Schluß der Sitzung 12 Uhr mittags.
VIII. Sitzung. Donnerstag, den 26. Januar 1911,Beginn 1 Uhr mittags. Letzter Rundgang. Schluß-prüfung der Ergebnisse. Die Sitzung wird im Park-hotel fortgesetzt, das Protokoll abgeschlossen undgenehmigt. Schluß der Sitzung 6 '/ 2 Uhr nachm.
war folgendes:
Das Gesamtergebnis der IV. bis VIII. Sitzung-
i.
In die engere Wahl waren gekommen, hattenaber nicht die zur Prämiierung nötige Stimmen-mehrheit gefunden, nachbenannte 26 Entwürfe:
1. Nr. 15, Motto: „Weihestätte". Das an sichgute Motiv des doppelten Steinkranzes ist zunüchtern behandelt. Besonders bedenklich istdie Treppenanlage. (Einstimmig abgelehnt.)
2. Nr. 45, Motto: „Dietrich von Bern". Inder Gesamtanlage finden sich ansprechendeEinzelheiten. Jedoch steht der Turm von 55 mHöhe im Gegensatz zur Forderung des Ortesund der Landschaft. (Einstimmig abgelehnt.)
3. Nr. 60, Motto: Faust: „Es kann die Spurvon meinen Erdetagen nicht in Aeonenuntergehen". Goethe. Das Preisgerichtverschließt sich nicht dem Eindruck, daß dieserVersuch, die Aufgabe in heroischem Sinne zulösen, Anerkennung verdient. Das Verhältniszwischen dem Bauwerk und der Landschaft wirdjedoch beanstandet. Aus diesem Grunde konntedas Projekt nach der Auffassung der Mehrheit
nicht zur engsten Wahl kommen, um so weniger,als es nach Ansicht des Preisgerichts die Kostenwesentlich überschreitet. (Abgelehnt nachlängeren wiederholten Erörterungen mit 9 gegen7 Stimmen.)
Nr. 66, Motto: „Ott o". Der reiche Entwurfpaßt sich in der Längenentwicklung dem Rückendes Hügels gut an, würde aber wegen seinerHöhe aus dem Maßstabe, den die Landschaftverlangt, herausfallen. (Einstimmig abgelehnt).Nr. 69, Motto: „Bergsilhouette". \X r uchtiger,aber in seiner Aehnlichkeit mit Festungsbautendüster wirkender Entwurf. (Abgelehnt mit 9gegen 7 Stimmen.)
Nr. 71, Motto: „Ein Heiligtum". Der Ver-fasser hat den Grundgedanken auf das reichstedurchgebildet. Das Projekt erschien jedoch nichtgeeignet zur Krönung eines nicht sehr hohenHügels. Eher würde es in der Ebene als Ab-schluß einer Perspektive wirken. Auch dieKostenfrage erregte Bedenken. (Abgelehnt mit15 gegen 1 Stimme.)