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Hundert Entwürfe aus dem Wettbewerb für das Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück-Bingen
Entstehung
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BISMARCK-NATIONAL-DENKMAL o WETTBEWERB

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war eine große Zahl außerordentlich sorgfältig dargestellter, mit vielen Schnitten und Detailsbelegter Entwürfe, denen ganz ausführliche Kostenanschläge und Erläuterungsberichte beigegebenwaren. Man muß den Idealismus und die Opferfähigkeit unserer deutschen Künstler bewundern,denn nur auf 15 Preise und 5 Ankäufe durften diese 379 Bewerber rechnen, und doch habensie Hunderttausende an Barauslagen und unendlichen Zeitaufwand nicht gescheut. Nur mitMühe gelang es, die ganze Masse der Projekte im Düsseldorfer Kunstpalast einiger-maßen übersichtlich unterzubringen. Um die Arbeit der Jury zu erleichtern, mußten die Ent-würfe einer gründlichen Vorprüfung unterzogen werden. Es ist hier der Ort, der aufopferndenTätigkeit des Herrn Kgl. Baurat Haeuser aus Kreuznach zu gedenken. Er hat mit 3 Gehilfenvon Ende November an mit kurzer Unterbrechung bis zum Eintreffen des Preisgerichtes alleEingänge auf die Innehaltung der Bestimmungen des Preisausschreibens geprüft, die Erläute-rungsberichte durchgearbeitet und die Kostenanschläge nachgerechnet. Das Resultat dieserVorarbeit wurde in einem 70 Seiten starken Großfolioheft niedergelegt und sämtlichen Preis-richtern zur Verfügung gestellt; während der Sitzungen diente diese Druckschrift als Unterlagefür die Jury.

Inzwischen waren die Preisrichter für den 22. Januar 1911 einberufen. Die Sitzung begannam Sonntag, dem 22. Januar 1911, vormittags in Bingen mit einer Motorbootfahrt auf demRheine, wobei die verschiedenen Bebauungsmöglichkeiten der Elisenhöhe, die den meistenPreisrichtern von früheren Besuchen schon bekannt war, nochmals diskutiert wurden. Es folgteeine Ortsbesichtigung auf der Elisenhöhe und ein Begehen der Zugänge und Zufahrten, sowieBesichtigung der nächstliegenden Aussichtspunkte. Am Spätnachmittag traten die Preisrichterdie Fahrt nach Düsseldorf an, wo am Montag, dem 23. Januar 1911, vormittags 9 Uhr, dieSitzungen im Kunstpalast ihren Anfang nahmen und bis Donnerstag-Abend fortgeführt wurden.Es wurde am Schlüsse der Sitzungen den Preisrichtern für ihre ehrenamtliche, uneigennützigeund aufopferungsvolle Tätigkeit der wärmste Dank ausgesprochen. Nachdem in gemeinsamerBeratung das Protokoll festgelegt war, übertrug man die redaktionelle Bearbeitung dem erstenVorsitzenden Professor Dr. Lichtwarck, Hamburg. Das Protokoll hat nachstehenden Wortlaut:

Protokoll der Sitzungen des Preisgerichtesfür das Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe.

(Sitzungen zu Düsseldorf am 23.—26. Januar 1911.)

Das Preisgericht besteht aus den Herren:

1. Prof. Dr. P. Clemen, Provinzialkonservator

der Rheinprovinz, Bonn,

2. Prof. Dr. Max Dessoir, Berlin,

3. Prof. Ludwig Dill, Karlsruhe,

4. Prof. Dr. Theodor Fischer, München,

5. Prof. Josef Floß mann, Pasing b. München,

6. Prof. August Gaul, Berlin,

7. Geh. Baurat Dr. Ludwig Ho ff mann, Berlin,

8. Prof. Leopold Graf v. Kai ckreuth, Harn-

burg-Eddelsee,

9. Geheimer Kommerzienrat E. K i r d o r f, Streit-

hof-Mülheim-(Ruhr)-Speldorf,

10. Museumsdir. Prof. Dr. Lichtwark, Hamburg,

11. Geh. Reg.-Rat Dr. ing. H. Muthesius,

Nicolassee b. Berlin,

12. Dr. Weither Rathenau, Berlin,

13. Geheimer Reg.-Rat Prof. Dr. Max Schmid,

Aachen,

14. Stadtbaudirektor Prof. Dr. Fritz Schumacher,

Hamburg,

15. Prof. Dr. L. Tuaillon, Berlin,

16. Museumsdirektor Prof. Dr. Volbehr, Magde-

burg.Das Preisgericht versammelte sich zu einer Orts-besichtigung am Sonntag, dem 22. Januar 1911,vormittags im Hotel Victoria in Bingen. Zunächstwurde auf einer Dampferfahrt die Lage des Denk-malplatzes vom Rhein aus aufwärts und abwärtsbeobachtet. Darauf wurde eine Besteigung derElisenhöhe und eine Besichtigung des Plateaus undder Zugänge vorgenommen. Eine ausführliche Be-sprechung über den Charakter der Landschaft,über die Wirkung der Elisenhöhe in dieser Land-schaft und über die Gestaltung des Geländesergab Gemeinsamkeit der Anschauungen über dieEigenart des Platzes und seine Eignung zu Denkmal-zwecken.

I. Sitzung. Am Montag, dem 23. Januar 1911, vor-mittags 9 Uhr, wurde die erste ordentlicheSitzung des Preisgerichts durch den Alterspräsi-denten, Herrn Geh. Kommerzienrat E. Kirdorf