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Monumenta Wormatiensia : Annalen und Chroniken
Entstehung
Seite
630
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KI50 Letztor Streit der Stadt mit der Pfaffheit.

nit woll meer statlich bezalen oder ausrichten: Sie Mtten gehofft, sich an Franzvon Sickingens Gütern sclwidlos Juilten zu können.

Dagegen nahm sieh, Sickingen der Kämmerer an, deszglcichen noch dem die

von Worms etlichen andern meynen herrn vettern schwagern und guten freunden

t vom adell als nemlich her Hansen Lantschaden ritter, Bechtolft'en von Viernheim,

Hansen von Frankenstein und mer geschlechtern von der ritterschafft ir lehens-

nutzung nu mer lang zeit verspott und hinderhalten haben.

Im August schlug N. Ziegler den Wormsern vor: Da der Kaiser mit dem Pfalz-grafen Ludtoig jetzt ivieder besser stünde, sollten die beiden Städte Worms und Speier

10 dem Kaiser so viel Schirmgeld geben wie. dem Pfalzrfrafen. Die Gesandten antworteten,sie hätten Auftrag beim Kaiser dahin zu wirken, dass er vermittele, dass der Churfürstden Schirmbrief herausgebe, sein ungnad gegen die stat W. abstelle oder auf irgendeine andere Weise verschaffe, dass die Stadt mit dem Churfürsten in Einung komme,sonst hätten sie die burger von Worms nymer friden . . . Auch hätten sie mit dem

11 Landgrafen Philipp von Hessen wegen einer Einung verhandelt. Am 15. Aug. sagteZiegler dem Stadtscltrciber, sein mt. wolle den Schatzmeister amveisen auf die Frank-furter Messe 2000 Gulden zu zahlen. Der Kaiser genehmige die Einung mit demLandgrafen. Zum Pfalzgrafen liabe die Mt. zwei Käthe geschickt, auch mit Sickingenwolle er ihnen Frieden verscltaffen, alsdan hetten die stat und burgerschaft zu W.

so mit Hessen, Pfaltz, Sickingen etc. und mit seiner mt. als schirmhern und Römischenkaiser ein guten zäun und mochten dardurch der bischoff und die pfaffheit garleichtlich auch zufriden und sunderlich ausz dem rogiment mit besetzung rata undgerichts bracht werden, dan sie hetten alsdan weder von Pfaltz noch dem adellkeyn hilft' beystant oder ruck.

25 Der Kaiser verlangte dringend, die Stadt sollte sich mit dem Adel vertragen,

worauf die Gesandten erwiderten: Die vom adell, die bey uns in der stat W. hoffehaben und sunst umb uns begutt seyn, so ist es ein offenbars, das dieselben derPfaltz und dem bischoff mit lehenschafft und sunst in ander wege verwant undzugetan sein . . . Audi gereiche es dem Käthe zum Vorwurf, als ob er der Sache

3o nicht gewachsen sei, wenn man ihm den Adel vorsetze. Wegen der Lehen ivird be-merkt: die Nutzungen seien geringschetzig und jerlich über zwantzig gülden nn-geverlich nit lauften. Diese habe der Kaiser der Stadt geschenkt. Der liath wärewillig die Adlichen zu belehen oder die Mt. solle es thun oder man solle die Lelien inGeld umsetzen und dem Biscliof geben.

35 Am 1. Sept. um ein Uhr fanden in Dr. Peutingers Haus ' neue Verhandlungen

über die Bathsbesatzung statt, lieber die Gerichtsbesatzung vor dem Privileg KaiserFriedrichs III. sagen die Wormser aus: ein bischoff habe jerlich einen schultheiszen,richter und greifen geweit, der keyner des rats gewesen wer. Dieselben Schultheisrichter und greifen hetten allen uncosten des gerichts mit henckerlon und anderm

■»0 auch den edelleuten ir lehennutzung, so die bischoff inen auff dem gericht verlihenhetten, müssen auszrichten und bezalen und sunst vill beschwerung leiden undetwan mit dem hencker an der richtstat hantanlegen.

Es het auch ein erbar rat alwegen ye und ye vor diser irrung vier scheffenund ein Schreiber an das gericht geweit und gesetzt, dieselben vier scheffen wem

45 ratspersonen gewesen und hetten on ein schultheiszen urtel gesprochen und werder Schultheis nye anders dan das er den stab in der hant gehabt an dem gerichtgesessen nichts zu urtailen oder zuverkommen gehabt und alwegen, so die urtelgefast und geschepft werden wollen, müssen abgen.

Am 11. Sept. maclde man folgende Vorschläge wegen der Bathsbcsatzung: (i Bitter;

50 12 Geschlechter, die ein Vermögen von über 1000 Gulden haben und nit hantwerekorsein. Item 18 von zunfften.

Qualifikation: euch geporen und nymants leibeigen, über 25 jar alt, ein eemanoder witwer, guts geruchs und erbars wesens sein. Zu keiner Zeit dürfen 2 Brüder,Vater und Sohn im Bathe sein.

55 In Blutsachen soll der Schultheis im rat sitzen, den stab in der hant haben

und das urtel fragen und rat und gericht sitzen, doch das unter 24 personen niturtel sprechen.

Jeder Bathsherr soll 4 Gulden bekommen (früher 6). Jeder Scheffe 4, der Scliult-heiss 1 Fuder Wein und 4 Gulden. Was in der Büchse ist, soll der Stadt gehören.

60 ' Dr. Konrad Peulinger, Stadtschreiber von Augsburg und, berühmter llumauixl.