624 Letzter Streit der Stadt mit der Pfaffheit.
13. Uf den driezehenden und letsten den neuwen spitall beruren sagendechan und capitell des dhomstifts das sie eynem ersamen radt und gantzergemeynde zu gut den selbigen auch volg thun wollen. Dweil aber eyn ge-meyne pfafheit uf alle eyns ersamen radts und gantzer gemeynde [e] zu
5 nutzung sich also gantz gutwillig erzeigt und dar durch uff die jungst rach-tunge so vil sie berurt verziehen haben, darin dan under anderm begriffen,wie die pfafheit in eins ersamen radts und gemeyne schütz und schirm sein,wie wol sie sich nit mynder ehrn und guts zu eynem ersamen radt undgemeynde ytzt dan hie vor versehen, bitt doch ein pfafheit fruntlich ver-
10 stendiget zu werden, was sie sich in diesen sorglichen leufen zu eynem er-samen radt und gemeinde vertrösten sollen, verhoffen gäntzlich, ein ersamerradt und gemeyne werden sie bey iren leiben habe und guttern treulichschützen und schirmen, sie erbitten sich auch her widderrumb ire leib habeund gutter zu gemeiner Stadt und burgerschaft zu setzen und sie in nötten
15 ires Vermögens nit zuverlossen.
Über solchs alles was ein ersamer radt und gemeinde von einer pfaff-heit zu handthabung friedens und eynigkeit beschehen ratten oder begeren,das sein sie so vil muglich zuthun erbuttig.
[7] Wir dechan und capitcl des merer, sanet Pauls, sanet Andres, sanet
20 Martins und unser lieben frawen stift und gantz gemein pfafheit und stet-meister burgermeister radt und gantz gemeyn burgerschaft des heiligen reichssladt Worms bekennen und thun kunth uffenbare mit diesem brif, das wirhaben angesehen bedracht und zu hertzen gefast die sorgliche schwere zeitund ufrur des gemeynen volcks die sich ytzt allenthalb im heiligen reich
25 theutscher nation und sonderlich dieser ort umb und neben uns und gern elterstadt Worms zeigent und dan niemant wol erachten wissen oder abnemmenmöge, was oder wer dardurch und da mit in sonderheith oder in gemeynbedeutet oder gemeint werden wol], und do mit wir solch schweren und sorg-lichen Sachen, die ausz anzeigung bemelter ufrur und entberung zufallen und
30 erwachsen mochten, so vil uns der allmechtig ewig gott unser here und er-loszer Jesus Christus menschlich Vernunft verliehen und uns yemmer mughclisein will furkkomen, und wir stettmeister burgermeister rath und gemeynburgerschaft obgemelt dem heiligen Römischen reich diesze alte lobliche stadlunsern pflichten nach in guttem weszen und für zurstorung und Verwüstung
35 desto basz zu behalten, darzu wir dechan capitel und gantz gemeyn pfafheit auszbrüderlicher lieb und in sonderlicher bedrachtung der bywonung und das W»mit unsern leiben haben und guttern in bedachter stadt Worms durch dieburgerschaft daselbst getreulich beschützt und beschirmpt worden sein, mIerzeigung gutter danckbarkeyt an uns auch nichts erwynnen lassen sollen
40 oder wollen, haben wir einhelligliehen besonnen, das solichs nit änderst dandurch bestendig fried und einigkeit beschehen möge, des wir demnach n 11gutter zeitlicher furbetrachtung friehem gutten willen on eynigen bedranc