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Monumenta Wormatiensia : Annalen und Chroniken
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610
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610 Fehde mit dem Pfalzgrafen.

Fehde mit dem Pfalzgrafen.

[75] Item als sich die irrung mit dem bischoff gehalten, in des hatsich begeben, das der landtschryber zur Nuwenstatt uff der Spirer straszengehalten und zwen metzler gefangen und geyn der Nuwenstatt gemanet hati und sie eyn zytlang uffgehalten in eyns wirtes husz und ist vor eyn ursachangebben, es sy eyn frauwe in sin ampt gehörig in das gerichts slosz ge-legt und ir slosz recht angefurdert worden und ist das gewesen der swesternim Rychen convent procurator. Auch hett deszmals eyn judde eynem buwernvon Byblosz etlich pferde in das slosz gelegt, deszhalb wurden auch wol

10 10 odder 12 jhensyt Ryns gefangen und geyn Heppenheym gefurt bissolangedazwuscben geteidingt, das der judde die pferde ledig gebben und atzungauch sumnisz und zerung der gefangen ablegen must; da wurden die ge-fangen ledig gebben.

Under des warde viel gesagt von Unwillen, den unser herr der paltz-

15 grave gegen der statt haben sollt, des man doch nit wüst verschuldet zu hanund in hoffnung stunde, so unser herr der bischoff gewilliget odder die stattmit im zufriden were, solich redde und ob eynicher unwill were, sollten allegestillet und abgestalt werden und warde geratslagt, des ratsfrunde zu unsermgnedigen hern paltzgraven zuschicken, sin gnade vor Unwillen zu bitten und

20 den handel zu endecken, darumb man meynt, der unwill sin sollt 1 . Und

1 Am 5. Nov. schrieb der Iiath dem Pfalzgrafen: Ettlich unser mitburger undhinderseszen berichten uns, das ine uwer gnade geleit zugeben abgeslagen sy,darusz wir besorgen Ungnade und versagung unser oder der unsern gegen uwerngnaden, des wir uns doch gegen denselben uwern gnaden hoffen mit warheit erberg-

2r> lieh zuverantwurten. Bitten darumb uwer gnade als einen loblichen fursten undkurfursten des heiligen richs und hanthaber der warheyt und gerechtikeyt von gotdarzu geordent, das uwer fürstlich gnade uns gnedig sin und Ungnade ob uwergnade der etwas empfangen und das gleit darumb abzustellen empfolhen hette,gegen uns anzustellen und gleit mit zuteylen, so wollen wir unverziehen unser

30 frunde zu uwern gnaden schicken und uns gegen uwern gnaden verantworten undbewysen, das wir hoffen gnade und entschuldigung zuerlangen und das auch umbuwer fürstlich gnade demutiglich unsers Vermögens zuverdienen. Bitten des eingnedig antwurt. Darauf antwortete Pfalzgraf Philips am 6. Nov.: Uwer schrybenuns jetz zugesant han wir verlesen und nit one wir haben unsern amptluten be-

35 folhen uch und die uwern in unsern gebieten nit zugleiten und sindt des uszuwerm furnemen geursaeht zum nehsten unsers frundts von Worms inryten gescheen,das die uwern unsern reten uwern willen zuversteen geben han, uns anzumutenunsern hoffmeister globen zulaszen, das wir und die unsern zum selben inriten derstatt und den uwern unschedlich sin wolten. Solicher argwenickeyt uns zugemeszen

40 wir von andern stetten des richs hohem und myndern dan ir vertragen hüben sint,wissen auch, das ir selbs nach ymant darbringen möge, wir uns gein uch yeertzeigt haben, wiewol es in unserm vermögen wol gewesen were, das ir unssolicher masz argwon zuziehen solten, des doch unsers fürstlichen gemuts kein ge-dencken in uns gewest ist. Darusz ir zunemen, ob wir uns swermutiger gein uch

45 erzeigten, dann noch geschieht, das ir uns des ein merglich bewegnusz gebenhotten. Und darumb wes wir furgenommen han sint wir noch unbedacht zuandern. Uatum Oppenheim uff donerstag nach aller heiligen tag anno etc. 83.

Am 13. Nov. schrieb Worms nochmals an den CJiurfürsten: Als uwer fürstlich«nade uns hat thun schriben befelhe uwer gnaden amptluten gescheen uns und die

so unsern in uwer gnaden gebiten nit zugleiten, des geursaeht, das die unsern nebstzu unsers gnedigen hern von Worms inryden uwer gnaden reten unsern willen zu-