534 Tagebuch des Reinhart Noltz.
den pfaffen vor zweien domherren doctori/J5yybus von Mentz nemlich herrenDietrich Zobeln und Herren Christoph von der Cabelentz undersatz von dem
zunfftmoinster und auch diu hundert erfurdert uft' den Burgerhoff und inen diesachen furgehalten, auch das compromisz getutscht furgelesen und daby gewagt,s also stunde der rote meynung dem compromisz volge zu thun und sich zu und indie sachen zu schicken in guter hott'nung die sachen zu gutem nutzlichem ende zubringen . . . Das hetten die von der gemeinde guten gefallen.
Demnach ordent der retc ettlich ubber die hendel zu sitzen ratzuslagen . . .Also undernamen sich die verordenten der sachen und kamen allen tag vor und
10 nachmittag uft' den Burgerhoff zusamen, suchten zusamen was notturfftig was undbegriffen sex die merglichsten klagen, daran gemeyn statt am höchsten gelegen.
Und wurden verordent zum handel Dr. Jacob von Mossenheym, der stattadvocat, herr Reinhart Noltz, herr Philips Wolff usz den zehenen des alten raits,Balthasar Myhel der zyt schultheisz, meinster Hans Wolff, scheffen, alter burgor-
15 meister, Adam stattschryber und Philips Lang gerichtschryber. Daby ward auch
geratslagt noch etlich gelerten zur sach zu bitten, nemlich meinster Engelman,
L. U. L, der zyt inwoner der statt Wormsz. Es ward auch geschrybon dem rate zu
Franckfurt umb iren advocaten Dr. Adam lleymbach, auch oynem doctor zu Meyntz,
us. Mai doctor N. Kuhorn, deraelb schreib ab. Und uff dornstag nach cantate, 25. mai, füren
20 die verordent usz abgefertiget mit eynem machtbriefe, was latinisch uff pergamontgeschriben und mit der statt groisz insiegel angehenckt versiegelt, auch mit andernschrifften. Under wegen käme inen potschafft, die inen sagt, das der legat den-selben morgen zu Meyntz sich erheben hett und zu schiff den Ryn ab wero uffColle zu keya. mt., hett doch befolhen die sachen zu hören und dem rate geschrieben,
99 wie sich zu halten.
26. Mai Uff frytag darnach nach cantate, 26. may, gaben die raits geschickten an-
welde sich an by denen zwoyen, so zu verhöre der sachen verordent waren, nem-lich von des cardinals odder legaten wegen Dr. Diether Zobbel und von deshertzogon von Sachsen wegen Dr. Gabelentzer, beid domherren zu Meyntz, begerten3o ein stund zu benennen zu ersehynen für inen in den sachen zu handeln und zuvollenfuren . . .
27. Mai Samszdags der da was der 27. tag may ersehynen für obbenanten auditoribus
des raits anwolde und frunde obbenant und von der paffheit wegen her Uriel vonGemniingen domdechant zu Meyntz, herr Henrich von Silberberg, Dr. Johannes
85 Wicker, alle domherren zu Wormsz, her Euchherius vom Hirszhorn, canonicuss. Andree stifft und etlich nie andere by inen . . .
Die Verhandhingen schleppten sieh bis l<Jnde Mai hin, namentlich wegen derBesiegelung des Compromiss . . . nit von noten, das die zunfft ire siegel mit an-hengten; da were gemeyner statt grosz insiegel, darauff alle burger gesworen
40 hetten ... Es wero auch nit also herkommen, das wann burgormeister und raitmit gemeyner statt insiegel ettwas versiegelt, das die zunfft auch mit siegelten,dann eyn rat hett plenariam administrationem und swuron die gemeyndo undzunfft uff den rait und dem rait, was der raito zum besten furnemc, das sie dem-selben gehorsam und bystendig wollten syn. Aber die Pfaffen widerspraclien, die
45 Sache betreffe die Zunftmeister, diese Mitten vormals mitbesicgelt. Am 2. Juni wurdedieser Siegelstreit nochmals angefangen. Meister Philipp Sommer, Licentiat, weigertesich auf Verlangen des Pfaffenpedellen Kundscliaft auszusagen, worauf es ihm derMath befahl.
Dieser Bericht wird durch andere Sclvriftstücke ergänzt.
so Kaiser Maximilian gelnetet dem Bischof BeinJuiri von Worms, datum zu sant
Wendell 31. April 1508, den am Reichskammergericlit gegen die Stadt Worms an-gestrengten Prosess fallen zu lassen bei 20 Mark lotigen Goldes Strafe. Band nr. 19S1-Am selben Tage gieng ein Mandat des Kaisers an Wigeleuse, Biscliof von Passau,Kammerrichter, und den Beisitzern des Reieliskammergcrichts, mit dem liefchl, das/, die
55 statt Worms bey unser begnadung und Zustellung unser und dos reichs oberkeytenund gerechtigkoiten geruwiglich beleihe. Ebendaselbst und Band nr. 1!)3!). Aw>31. April schreibt der Kaiser nachmals an den Bischof von Passau, wo der gemelltbischoff (von Worms) unsern und des reichs camerprocurator fiscal an unser stattdarumb vor dir und unsorm kais. camorgericht furnemon und die sachen zu rocht
60 gesatzt wurden, das du alszdann ain urtail darauf vorfassen, doch dieselben niteroffnen lassest, sunder uns die zuvor in gehaim vorsecretiert zuschickhest und