386 Tagebuch des Reinhart Noltz.
December. Und nach gnugsamer verhörung, die wol acht tag wärt,vor" dem könig in eigner person, in bisin sines sons hertzog Philipscn, deskönigs von Spanien, des bischofs von Mentz, hertzog Friederichs von Sachsen,churfürsten, hertzog Albrechts von Sachsen, hertzogs Erich von Brunschwig,5 marggraf Christoffels von Baden und viel anderer graven, von Nassaw, vonZorn und derglichen, uf die 40 personen giengen, sprachen mit etlichen derräte b durch zuschickung und so ungestimme ansuchung des bischofs [58]am konig, dasz der bischof solt rats und geriebts besetzung wieder eingesetztwerden 1 onangesehen der von Worms; doch hat der bischof dem könig
10 müssen globen c und zusagen, solches urtel nit zugebruchen, ee solch urtelusgieng, von welchem urtel die geschickten von Worms als beschwert sichberuffen und suppliciert wieder an die kon. mayestat us vielen und manig-faltigen und gegründeten Ursachen irer beschwerung, die sie sich vermaszenbi zu pringen; welche supplication die kon. mayestat gnediglichen annam 2
15 und da/5y7ruff befehlte dem bischof von Mentz und andern etlichen der kon.mayestat raten zwischen den partheien gutlich handlung zu haben, als auchgeschähe [in] dem 11 monat hernach folget als ianuario 3 .
Auch darnach zu Antorf macht der könig ein rachtung, dasz der rathüben solt, wie ine ein rat verordnet und gesetzt hat, und wan einer stürbe"
20 von dem rat, so solt der rat zwen welen und eligiren, und die zwen dembischof dargeben, so solt dan der bischof darus einen geben von rechtswegen, und mit dem gericht solt es gehalten werden wie [60] vor alter, daswolt die kon. mayestat also gehalten haben von beiden partheien 4 . Das
a ) Ha. von, b ) IIa. rede. c ) Ha. glauben. d ) Ha. der. °) Ha. starbo.
25 knecht ylends für den andern tag gein Antwerp und sagten zu hoff an dos rat-
frunde weren am nehsten in emssiger arbeit zu kommen, aber das ungewittcr hott
sie verhindert. Nitdestemynder jagt der bischoff auff die restitucion und auff den
5. Dta. freytag nach Barbare virginis wurden f'ursten herren und der konigl. mt>. rethe
gein hofe gefordert, die Bachen zu hören etc. Es folgt dann die Verhandlung.
:io l Das Urtlieil wurde am 15. Dez. gefällt, s. Act. Worm. I. c. föl. 50 b . * Der
König war in Bergen am Sand, dorthin, ritt der Stadtschreiber und überreichte ihm
30. De». am (linstag in den wihenachten auff den kindlin tag morgens nach der mesz in
der cappellen die Supplication, deren Wortlaut fol. 51 5.1 gegehen ist. Der llalh
beruft sich auf die Urkunde Friedrichs III, wonach alle der Stadt nachtheilige Briefe
35 kassiert sein sollten. '■' Das Protokoll der Verhandlungen in Antwerpen bei
Sclumnat II, 255 — 277. Vgl. Morneireg I. c. p. 183 ff. 4 Acta [Vorm. I. c.
fol. 54 b . . . sasz der konig in seinem sale und der bischoff von Meyntz bey im zurrechten und der hertzog von Sachssen, der jung könig von Kngellandt, des konigssone der jung printz hertzog Philips, der marggrave von Baden und viel ander
40 graven und herren ob 40 persone und liesz der konig seinen entscheidt lesen alsolautende:
Item das hinfuro zu Wormbs jerlich eyn bestendiger rait wie die gekorensein bleyben unverändert, die sollen regieren und rait halten auff dem gewonliehenrathawse darzu verordent und in drefflichen Sachen die andern 20 zu inen fordern.
45 Und so eyner von den IX. todes oder sust abgeen wurde, das die andern acht zwenander welen und dem bischoff überantworten, ausz denen er einen zu nuner gebbensoll. Und so eyner ausz den zweintzigen des rats abginge, das die bleybenden zwenander welen und dem bischoff uberantwurtten , ausz denen er eynen an des ab-gangen statt gebben. Auch soll der bischoff schultheysz graven und richter und
so der rat die scheffen welen wie biszher von unser und des reychs wegen, und derandern gebrechen halben soll es bleyben und gehalten werden bei unsers oheimsund frundts des bischoff von Meyntz entscheidt, wie der begriffen ist.