Tagebuch des Reinhart Noltz.
Anno 1493.
Der junius begunde auch schon und warm, ziemlich aber in siner mittquamen etliche kalte frust dagen, doch one sonderlichen schaden, und wartuff denselben pllngstdienstag ein junger gesell, ein frischer und freyer knecht, s 2«. Hatdes nachts vor St. Martins pfor/3/ton zur linden gegriffen um mutwill undirevel, dasz er nit friden haben wolt, und alsz man ime sinen gurtcl undtäschen abnam, fände man bi im falsche müntz gegoszen und alles gezeuch,damit er solche ding handelte; und darnach nachgesprochen urtel [ward er]usgefürt vor s. Andrespforten uff montag nach unsers herren lichnambsz tag 10 10. Juniu nd in einen kessel gesetzt und mit holtz und pulver belegt verbrannt, undnannt sich der selb arme Hansz Gröning von Erffurdt und starb so christ-lich und tröst/3/lich, alsz von je keinem geschehen war, dem der allmechtiggott gnedig sey.
Der oetober, zweit herbstmonat, was auch zumalen schon und warm, 15 oh.a 'so dasz ziemblich gut win und redtlich gnug daselb jar wuchsen, dasttiasz 1 albus und einesteils 6 9) gulten. Und als die kon. may. den ratun d bischof citirt hat umb erkundigung und rechtfertigung etlicher SachenUn d gelegenheit dieser Stadt l , sandt der rat eine botschaft an die kon. may.mit 6 pferden, [4] darunter ich Reinhart Noltz auch verordnet was, und 20als o ritten Jörg Hemspach ein alter nuner, ich und Adam statschriber 2 mitdreyen knechten 3 alhie [von] Wormbs us uf einen montag, was der eilftusend 21. ou.jungfrauwen tag, und quamen also in 14 tagen gen Wien in Ostreich, ist bi diehundert und 10 meilen wegs. Wir zwen ritten aber nit ferner als bis genKe genspurg, da sassen wir uf die Tonaw in ein ziele, die wir da kauften, 25u ud füren ab hinin bis gen Wien, [6] und als wir da quamen, da was derkonig geritten mit grosser macht wider den Turcken in Groatien *, da der* urck kurtz vor diesen tagen über acht tusent Christen ertötet, hingeschlauftUnd verderbt hat, dasz fast jammerlich zu hören und zu sehen was, also,
Ty 1 St.-A. W. Band nr. 1921 Dilation ausgestellt Ynnsprugg 15. Sept. 1493. Acta 30worrnatiensia I fol. 29. s Adam von Schweclienheim wurde nach dem Tode des
^yWM S Pauli 1482 Stmltschreibcr von Worms, Mornmieg, doli, von Dalberg, p. 148 f.,enttfiziert ihn mit dem bei Töpke, die Matrikel der Universität Heidelberg I, 803 ver-~ chneten Fr. Andreas de Schwechenhem de Uterinavallis; kaum richtig. Die Be-C A Jun 9 der drei Gesandten im Stadtarchiv Band nr. 1934 (frytag nach s. Gallfin 354$) m * Acta Wurm. I fol. 80, ' Maximilian kam erst am 26. Nov. nacli
tcn > s. Stalin, Aufenthaltsorte in Forschungen t. d. Gesell. I, 352.