Memorial über das Kriegswesen. 365
erbarer rathe vor alle zweytracht sein will, die ein stat zu vcrderplichenschaden bringen mocht, diese wil ich lassen fallen und furter schriben, wieman sich in einer stat halten sal, die von [i>] den fyhenden belegen ist.
Wan ein stat hört und weisz, dasz man für sie ziehen wil, so soll siedie kloster, die huser und die bawm nit lassen ston, die der stat also nohe 5Stent, dasz sich der fihende dar hinder verbergen oder enthalten vor schiessen,dann hinder solichen dingen mag man ein ordenung machen, dasz diewechter auf dem thurm am dag nit gesehen künden und lieffen stumps andie stat; davon mocht ein* stat abgelauffen b werden, so man in der statungerust were solichem stürm widderstandt zu thun; auch so [ b ] die feynt 10solich vortheil nit hant von klostern muren huszeren oder bawmen, könnensie sich nit nohe by die stat gelegern desz schieszen halber, dasz usz einerstat geschieht.
Item wan man vor einer stat lyt, so sol ein rat in einer stat nit onefrembde luthe oder soldner sein umb dryer hand ursach willen: die erst ir>ursach ist, wan man vor einer stat lyt und dar in schuszt, so sein diegemein etwan weichhertzigk und sehent, das ir weiber und kynder erschreckenlvor dem [10] grulichen schiessen und auch mangelen sie etlicher speisz, undwan ein gemein dan solichen hunger und schrecken an iren weiberen undkynderen sehent, so begeren sie alwegen einer rachtung, und ist zu besorgen, 20dasz ein rathe überfallen wurde und zu einer rachtung gedrungen werden;got gebe, sie were lidlich oder unlidlich, loblich oder unloblich. Exempeln:Bopparten l . Die ander ursach ist, dasz man luthe soll haben zu solichennoten, die sich in kriegs leuffen etwas geprucht und erfaren f'J hant undmit solichen dingen wissen umbzughen. Die dritt ursach ist, so man geschickt 2r>volck in einer stat hat, so ziehen sie etwan vor die stat und schedigent daszhere, als zu Utterich 2 geschach. Do schleich tzwey oder druhundert knecht'isz der stat und trebent die buchsen meister von den buchsen und hattentnagel zugericht, die slugen sie in die zun[t]locher der buchsen, do konden sielang nit schiessen, dann die negel stocken so hart [11] in den buchsen und 30woren darin abgebrochen, dasz sie nyemant hcrusz khunt gethun; und doder lerman in dasz her kam, do waren sie widder in der stat und kondenda vor irem schiessen dester basz arbeiten an der notmuren und graben.
Item solich nagel soll man also usz den buchsen thun: man soll sien, it eim gezewg, der donner ist dan der nagel, zu der buchsen hienin 35schlagen.
Uem zu Wagenheym 3 im lande zu Gheldern [ b ] geschach auch desz-glichen. Do hat dasz here ein grosz katz gemacht auf grosz redder glicha 's einen groszen schirm und hatten lang daran gebawt und stalten die
a ) Zuerst stand die, darüber ist ein korrigiert b ) Zuerst stand, ftillon, horri- 40
!/"»■/, in lauffen.
. ' Boppard wurde am 1. Juli 141)7 mm Erzhiscliof von Trier trotz des vor kurzem
'j^chworenen Landfriedens widerrechtlich eingenommen und unterjocht, s. Janssen,
Jie wlixkorresjM)nrtenz II, (117 ff. Goerz, Regenten der Erzbiscluife von Trier I, 301. Ilont-WWi etc. s Utrecht. Das folgende Itandelt vom Geldritchen Krieg 1494. s. Ulmanm, 45
Maa 'imilian I, 235 ff. " Wol Wageningen.