Memorial über das Kriegswesen. 363
dan meinten, wan man die stat stürmen wolt, so wolten sie iren Agendenstarck gnug sein one alle vortheil, alsz sie dan zwentzig oder dryssig thusentman vermögen, wan sy ir landtschaft byeinander handt und ire zugehore;also machten sie kein not were, [ b ] auch keinen innerlichen graben odernicht. Do der hertzog die stat stürmt, da verloren die von Luttig den stürm 5und worden ir unmossen viel in der stat erslagen und wart die stat an-gesessen und verbrant und brant so ketzerlichen sere mit so groszem füre,dasz von grosser hitz die weyber und die kynder auf die Masz in alle dieschiff (lugen, die sie funden. Auf demselben wasser also warent auch etlichman in die schiff [43] geflogen, do musten die weiber und kynder der man 10entgelten und schössen die Burgundischen in die schiff und erdrenckten wibman und kynder alles mit einander.
Item ich han in eins alten mans husz zu Luttig in der stat zur herberggelegen, der deszmols zu Luttig in der stat gefangen wart und umb drudusent gülden geschätzt wart und sein elich huszfraw in einem husz verbrant 15mit zweyen kyndern, der sagt mir also, wie dasz er mit seinen äugen gsehenl b ] hett und mit seinen oren gehört, dasz zu derselben zyt ettlich grafenund herren vor dem hertzog von Burgundi stunden, und baten ine durchgottes willen, dasz er die weiber und die kynde nit liesz entgelten irervetter oder der man. Da sprach der hertzog: schissent sie zw gronde one walle gnade. Ich wil die wurtzel verdiigen, da die Luttiger herkommen, dannsie seyn so oft und dick meyneidig an mir worden, dasz ich Luttig undalles dasz darinn [44] ist verdiigen und verhergen will. Also wurden diearmen unverschultcn unverschult jemerlich und elendig erdrenckt und ver-derpt und wurden die huser in der stat verbrant und wart die stat mur zu »ringen umb in den graben geworfen, thurn und muren etc. l .
Darumb soll ein fursichtiger wiser rathe und ein jeglich stat solichsbedenckhen und sollen sich nit lichtiglich mit eiden und mit herschaft ver-anderen, dann alle die krieg, die in [''] dem Nidderlande syndt gewesen, diekomen alle dar von, dasz sie die eide verachten und lichtiglich umfallen und 30verandern sich mit der herschaft und so dick und manch mole, als sie einenneuwen eidt thun und einen neuwen herren handt, so hant sie auch einennuwen krieg, damit werden die stet und dasz landt verhergt und verdarft etc.Darumb ich disz buchlin allermeisten furgenommen han, als dan ein erbererweiser rathe hie zu Worms einer gemein [45] in allen zunften vorgelesen nhat, wie uns unser gnedigster her keiser loblicher gedechtnusz absolvirt hatvon allen eyden und pflichten, die wir vormals der pfaffheit gethan han 2und woll auch solichs nit mehr gestatten noch verhengen, dasz ein bischofmehr rathe und gericht besetze, auf dasz ein solich stat dem rieh dardurchnit entzogen werde. Solichs hat unser allcrgnedigstcr her der Romisch konigk 40confirmirt und bestettiget und ist sein königlich maiestat darnach auf derstat [>>] husz gestanden 3 und ime geheissen ein erberen rathe zu Worms mit
- . ' Mitnahme Liittkhs durch Karl den Kulmen am 30. Okt. 1468 vgl. Comines-*-*"• IL cap. 2—4. a St.-A. W. nr. 586. Urkunde Friedrichs vom 21. Mai 1489.
Atyedr. bei Moritz, App. 200. Schannat II, 251. Vgl. Arnold II, 469 f. * s. u. 4r>
V 'U zum Jahr 1495.