1120 I. Beschreibung der Matrikel.
pauperum oder ollariorum oder S. Hieronymi, seminariumS. Udalrioi, seminarium S. Salesii) wohnt u. s. w.
Es ist wohl kein Zweifel, daß die größere oder ge-ringere Ausführlichkeit in den Einzelangaben auch vomErmessen und von der Neigung derjenigen abhing, welchedie Inskription besorgten. Charakteristisch ist in dieserBeziehung besonders die Art, wie P. Johann Zauponiusals Studienpräfekt von 1604—1628 bei der Inskription ver-fuhr. (Siehe über ihn S. 631 Anm. 36). Man vergleichez. B. nur die Einträge 1613, 93; 1621, 46—50; 1623, 144.149; 1625, 73. 76. 186; 1626, 37. 180. 183; 1627, 4. MitVorliehe schildert er den guten Charakter und die trefflichenAnlagen der Immatrikulierten, zumal wenn es sich umadelige Jünglinge handelt, nicltt minder aber auch werdenTitel und Stand des Vaters gebührend hervorgehoben. Weitwortkarger und gemessener tritt sein Nachfolger P. Chri-stoph Klezlin auf. Bisweilen erlaubt sich ein Herstellerder Matrikel auch eine humoristische Wendung. So folgtnach dem Eintrag 1593, 167 ein leerer Raum, in dessenMitle zu lesen ist: Hie datur vaeuum contra omnes philo-sophos. Bald darauf wird dem Namen eines Inskribierten,der Adamus Seli^ heißt, in Klammern beigefügt: potentia,womit offenbar gesagt sein soll, daß er vorläufig nur derMöglichkeit nach »selig« ist. Im allgemeinen darf gesagtwerden, daß die Dillinger Matrikel in der Anführung vonEinzeldaten reichhaltiger und darum auch interes-santer ist als manche andere Matrikel wie z. B. die Frei-burger und die Tübinger, welche regelmäßig nur Vor- undZuname, Pleimat, Datum des Eintrags aufweisen, also keineAngaben über Alter, Klasse oder Fakultät, Namen undStand der Eltern enthalten.
Nun einiges über die Orthographie, die wie beiden Matrikeln anderer Universitäten so auch bei der Dil-linger Matrikel sehr im argen liegt. Es sei aber doch zumvorhinein bemerkt, daß manches Auffallende sich nicht alseine orthographische Abweichung, sondern als ein Seh reib-versehen oder geradezu als einen sachlichen Irrtum