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Der Tod in Venedig : Novelle
Entstehung
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licher Labung um. Vor einem kleinen Gemüseladen kaufte ereinige Früchte, Erdbeeren, überreife und weiche Ware, undaß im Gehen davon. Ein kleiner Platz, verlassen, verwunschenanmutend, öffnete sich vor ihm, er erkannte ihn, es war hiergewesen, wo er vorWochen den vereitelten Fluchtplan ge-faßt hatte. Auf den Stufen der Zisterne, inmitten des Ortes, ließer sich niedersinken und lehnte den Kopf an das steinerne Rund.Es war still, Gras wuchs zwischen dem Pflaster, Abfälle lagenumher. Unter den verwitterten, unregelmäßig hohen Häu-sern in der Runde erschien eines palastartig, mit Spitzbogen-fenstern, hinter denen die Leere wohnte, und kleinen Löwen-balkonen. Im Erdgeschoß eines anderen befand sich eine Apo-theke. Warme Windstöße brachten zuweilen Karbolgeruch.

Er saß dort, der Meister, der würdig gewordene Künstler,der Autor des „Elenden“, der in so vorbildlich reiner Formdem Zigeunertum und der trüben Tiefe abgesagt, dem Ab-grunde die Sympathie gekündigt und das Verworfene ver-worfen hatte, der Hochgestiegene, der, Überwinder seinesWissens und aller Ironie entwachsen, in die Verbindlichkei-ten des Massenzutrauens sich gewöhnt hatte, er, dessen Ruhmamtlich, dessen Name geadelt war und an dessen Stil die Kna-ben sich zu bilden angehalten wurden,—er saß dort, seine Liderwaren geschlossen, nur zuweilen glitt, rasch sich wieder ver-bergend, ein spöttischer und betretener Blick seitlich darun-ter hervor, und seine schlaffen Lippen, kosmetisch aufgehöht,bildeten einzelne Worte aus von dem, was sein halb schlum-merndes Hirn an seltsamer Traumlogik hervorbrachte.

„Denn die Schönheit, Phaidros, merke das wohl, nur dieSchönheit ist göttlich und sichtbar zugleich, und so ist sie denn