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tieft. Mit versagendem Ortssinn, da die Gäßchen, Gewässer,Brücken und Plätzchen des Labyrinthes zu sehr einander glei-chen, auch der Himmelsgegenden nicht mehr sicher, war erdurchaus darauf bedacht, das sehnlich verfolgte Bild nichtaus den Augen zu verlieren, und, zu schmählicher Behut-samkeit genötigt, an Mauern gedrückt, hinter dem RückenVorangehender Schutz suchend, ward er sich lange nichtder Müdigkeit, der Erschöpfung bewußt, welche Gefühlund immerwährende Spannung seinem Körper, seinem Gei-ste zugefügt hatten. Tadzio ging hinter den Seinen, er ließder Pflegerin und den nonnenähnlichen Schwestern in derEnge gewöhnlich den Vortritt, und einzeln schlenderndwandte er zuweilen das Haupt, um sich über die Schulterhinweg der Gefolgschaft seines Liebhabers mit einem Blickseiner eigentümlich dämmergrauen Augen zu versichern.Er sah ihn und er verriet ihn nicht. Berauscht von dieser Er-kenntnis, von diesen Augen vorwärts gelockt, am Narren-seile geleitet von der Passion, stahl der Verliebte sich seinerunziemlichen Hoffnung nach — und sah sich schließlich den-noch um ihren Anblick betrogen. Die Polen hatten eine kurzgewölbte Brücke überschritten, die Höhe des Bogens verbargsie dem Nachfolgenden, und seinerseits hinaufgelangt, ent-deckte er sie nicht mehr. Er forschte nach ihnen in dreiRichtungen, geradeaus und nach beiden Seiten den schmalenund schmutzigen Quai entlang, vergebens. Entnervung, Hin-fälligkeit nötigten ihn endlich, vom Suchen abzulassen.
Sein Kopf brannte, sein Körper war mit klebrigem Schweißbedeckt, sein Genick zitterte, ein nicht mehr erträglicher Durstpeinigte ihn, er sah sich nach irgendwelcher, nach augenblick-