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Im Frisiermantel, unter den pflegenden Händen des Schwät-zers im Stuhle zurückgelehnt, betrachtete er gequälten Blickessein Spiegelbild.
„Grau“, sagte er mit verzerrtem Munde.
„Ein wenig“, antwortete der Mensch. „Nämlich durchSchuld einer kleinen Vernachlässigung, einer Indifferenz inäußerlichen Dingen, die bei bedeutenden Personen begreif-lich ist, die man aber doch nicht unbedingt loben kann undzwar um so weniger, als gerade solchen Personen Vorurteile inSachen des Natürlichen oder Künstlichen wenig angemessensind. Würde sich die Sittenstrenge gewisser Leute gegenüberder kosmetischen Kunst logischerWeise auch auf ihre Zähneerstrecken, so würden sie nicht wenig Anstoß erregen. Schließ-lich sind wir so alt, wie unser Geist, unser Herz sich fühlen,und graues Haar bedeutet unter Umständen eine wirklichereUnwahrheit, als die verschmähte Korrektur bedeuten würde.In Ihrem Falle, mein Herr, hat man ein Recht auf seine na-türliche Haarfarbe. Sie erlauben mir, Ihnen die Ihrige einfachzurückzugeben?“
„Wie das?“ fragte Aschenbach.
Da wusch der Beredte das Haar des Gastes mit zweierleiWasser, einem klaren und einem dunklen, und es war schwarzwie in jungen Jahren. Er bog es hierauf mit der Brennscherein weiche Lagen, trat rückwärts und musterte das behandelteHaupt.
„Es wäre nun nur noch,“ sagte er, „die Gesichtshaut einwenig aufzufrischen.“
Und wie j emand, der nicht enden, sich nicht genugtun kann,ging er mit immer neu belebter Geschäftigkeit von einer Han-