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ihrem Verdacht aussetze, kümmerte ihn nicht. Auch flohensie ja, reisten ab; zahlreiche Strandhütten standen leer, dieBesetzung des Speisesaals wies größere Lücken auf, und inder Stadt sah man selten noch einen Fremden. Die Wahrheitschien durchgesickert, die Panik, trotz zähen Zusammenhal-tens der Interessenten, nicht länger hintanzuhalten. Aber dieFrau im Perlenschmuck blieb mit den Ihren, sei es, weil dieGerüchte nicht zu ihr drangen oder weil sie zu stolz undfurchtlos war, um ihnen zu weichen: Tadzio blieb; und jenem,in seiner Umfangenheit, war es zuweilen, als könne Flucht undTod alles störende Leben in der Runde entfernen und er alleinmit dem Schönen auf dieser Insel Zurückbleiben, — ja, wennvormittags am Meere sein Blick schwer, unverantwortlich,unverwandt auf dem Begehrten ruhte, wenn er bei sinken-dem Tage durch Gassen, in denen verheimlichterweise dasekle Sterben umging, ihm unwürdig nachfolgte, so schien dasUngeheuerliche ihm aussichtsreich und hinfällig das Sitten-gesetz.
Wie irgendein Liebender wünschte er zu gefallen undempfand bittere Angst, daß es nicht möglich sein möchte. Erfügte seinem Anzuge jugendlich aufheiternde Einzelheitenhinzu, er legte Edelsteine an undbenutzteParfüms, er brauchtemehrmals am Tage viel Zeit für seine Toilette und kam ge-schmückt, erregt undgespannt zu Tische. Angesichts der süßenJugend, die es ihm angetan, ekelte ihn sein alternder Leib; derAnblick seines grauen Haares, seiner scharfen Gesichtszügestürzte ihn in Scham und Hoffnungslosigkeit. Es trieb ihn, sichkörperlich zu erquicken und wiederherzustellen; er besuchtehäufig den Coiffeur des Hauses.