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Der Tod in Venedig : Novelle
Entstehung
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frieden, wieder hier zu sein, kopfschüttelnd unzufrieden überseinen Wankelmut, seine Unkenntnis der eigenen Wünsche.So sah er wohl eine Stunde, ruhend und gedankenlos träu-mend. Um Mittag erblickte er Tadzio, der in gestreiftem Lei-nenanzug mit roter Masche, vom Meere her, durch die Strand-sperre und die Bretterwege entlang zum Hotel zurückkehrte.Aschenbach erkannte ihn aus seiner Höhe sofort, bevor er ihneigentlich ins Auge gefaßt, und wollte etwas denken, wie: Sieh,Tadzio, da bist ja auch du wieder! Aber im gleichen Augen-blick fühlte er, wie der lässige Gruß vor der Wahrheit seinesHerzens hinsank und verstummte,— fühlte die Begeisterungseines Blutes, die Freude, den Schmerz seiner Seele und er-kannte, daß ihm um Tadzios willen der Abschied so schwergeworden war.

Er saß ganz still, ganz ungesehen an seinem hohen Platzeund blickte in sich hinein. Seine Züge waren erwacht, seineBrauen stiegen, ein aufmerksames, neugierig geistreiches Lä-cheln spannte seinen Mund. Dann hob er den Kopf und be-schrieb mit beiden schlaff über die Lehne des Sessels hinab-hängenden Armen eine langsam drehende und hebende Be-wegung, die Handflächen vorwärtskehrend, so, als deute erein Öffnen und Ausbreiten der Arme an. Es war eine bereit-willigwillkommen heißende, gelassen aufnehmende Gebärde.