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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
Seite
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und Teilnahme gutgearteter Kranker an den zuver-sichtlichen Lebensäußerungen von Leuten, die in ihrerHaut sich wohlfühlen.

Herr Klöterjahn verweilte nicht lange in „Ein-fried". Er hatte seine Gattin hierher geleitet; nachVerlauf einer Woche aber, als er sie Wohl aufgehobenund in guten Händen wußte, war seines Bleibensnicht länger. Pflichten von gleicher Wichtigkeit, seinblühendes Kind, sein ebenfalls blühendes Geschäft,riefen ihn in die Heimat zurück; sie zwangen ihn, ab-zureisen und seine Frau im Genüsse der besten Pflegezurückzulassen.

4 .

Spinell hieß der Schriftsteller, der seit meh-reren Wochen in „Einfried" lebte, Detlev Spinellwar sein Name, und sein Aeußeres war wunderlich.

Man vergegenwärtige sich einen Brünetten amAnfang der Dreißiger und von stattlicher Statur,dessen Haar an den Schläfen schon merklich zu er-grauen beginnt, dessen rundes, Weißes, ein wenig ge-dunsenes Gesicht aber nicht die Spur irgend einesBartwuchses zeigt. Es war nicht rasiert, — manhätte es gesehen; weich, verwischt und knabenhaft,war es nur hier und da mit einzelnen Flaumhärchenbesetzt. Und das sah ganz merkwürdig aus. DerBlick seiner rehbraunen, blanken Augen war vonsanftem Ausdruck, die Nase gedrungen und ein wenigzu fleischig. Ferner besaß Herr Spinell eine ge-wölbte, poröse Oberlippe römischen Charakters,