danke ich es, daß sich mein Talent unter leidlich mildenBedingungen entwickeln konnte."
„Der Erfolg hat gezeigt, lieber Herr Martini, daß esdie richtigen Bedingungen waren ... Obgleich es ja schwerist, zu sagen, welches wohl die eigentlich guten Be-dingungen sind. Lassen Sie mich annehmen, Ihre FrauMutter hätte sich ebenso streng verhalten wie Ihr Vaterund Sie wären allein auf der Welt gewesen und ganzauf sich selbst gestellt und völlig auf Ihre Fähigkeiten an-gewiesen ... Meinen Sie nicht, daß Ihnen das gewisser-maßen von Nutzen gewesen wäre? Daß Sie Einblickehätten tun können, um diesen Ansdruck zu wählen, dieIhnen nun entgangen sind?"
„Ach, Königliche Hoheit, meinesgleichen tut Einblickegenug, auch ohne wirklich dem Hunger ausgesetzt zu sein;und die Auffassung ist ziemlich allgemein akzeptiert, daßes nicht sowohl der wirkliche Hunger, als vielmehr derHunger nach dem Wirklichen ist ... he, he... was dasTalent benötigt."
Herr Martini hatte ein wenig lachen müssen über seinWortspiel. Er führte nun rasch die eine gelblich bekleideteHand vor seinen Mund mit dem heckenartigen Schnurr-bart und verbesserte sein Lachen, stellte es gleichsam richtigdurch ein Hüsteln. Klaus Heinrich sah ihm in freund-licher Erwartung zu.
„Wenn Königliche Hoheit mir erlauben wollen. . .Es ist eine weit verbreitete Anschauung, daß die Ent-behrung der Wirklichkeit für meinesgleichen der Nähr-boden alles Talentes, die Quelle aller Begeisterung, jarecht eigentlich unser einsiüsternder Genius ist. Der Lebens-