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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
206
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Der hohe Beruf

ier ist die Lebensführung und Berufsübung Klaus

Heinrichs, geschildert in ihrer Eigentümlichkeit.

Er stieg irgendwo aus seinem Wagen, schritt mit über-geworfenem Mantel durch eine kurze Gasse hochrufendenVolkes über ein Trottoir, das mit einem roten Läufer be-deckt war, durch eine von Lorbeerbäumen flankierte Haus-tür, über der man einen Baldachin errichtet hatte, eineTreppe hinan, die leuchtertragende Diener paarweise be-setzt hielten... Er ging nach einem Festessen, mit Ordenbedeckt bis zu den Hüften, die Fransenepaulettes einesMajors auf seinen schmalen Schultern, mit Gefolge dengotischen Korridor eines Rathauses entlang. Zwei Dienerliefen vor ihm her und öffneten ihm eifrig eine alte, inihren Bleifassungen schütternde Fensterscheibe. Dennunten auf dem kleinen Marktplatz stand zusammengekeiltrmd Kopf an Kopf das Volk, eine schräge Fläche auf-wärts gewandter Gesichter, von qualmigem Fackellichtdunkel überglüht. Sie riefen und fangen, und er standam offenen Fenster und verneigte sich, stellte sich eine Weileder Begeisterung dar und grüßte dankend . . .

Ohne rechten Alltag war sein Leben und ohne rechteWirklichkeit; es setzte sich aus lauter hochgespanntenAugenblicken zusammen. Wohin er kam, da war Feier-und Ehrentag, da verherrlichte das Volk sich selber imFeste, da verklärte sich das graue Leben und ward Poesie.Der Hungerleider wurde zum schlichten Mann, die Spe-lunke zur friedlichen Hütte, schmutzige Gassenkinder wur-den zu züchtigen kleinen Mädchen lind Buben im Sonn-