Doktor Überbein
AlauS Heinrich verlebte drei Knabenjahre gemeinsammit Altersgenossen aus dem Hof- und Landadel derMonarchie in einem Internat, einer Art erlauchten Kon-vikts, das Hausminister von Knobelsdorff seinethalbenauf Jagdschloß „Fasanerie" begründet und eingerichtethatte.
Seit hundert Jahren im Kronbesitz, gab Schloß„Fasanerie" dem ersten Aufenthaltspunkt einer von derResidenz gen Nord-Westen führenden Staatsbahnlinieseinen Namen und hatte ihn seinerseits von einem un-weit in Wiese und Busch gelegenen „zahmen" Fasanen-gehege, das die Liebhaberei eines früheren Landesherrngewesen war. Das Schloß, ein einstöckiges, kastenartigesLandhaus mit einem von Blitzableitern überragten Schin-deldach, stand mit Remise und Stallgebäude hart amSaume ausgebreiteter Nadelwaldungen. Eine Reihe be-jahrter Linden in Front, blickte es über ein weites, infernem, blauendem Bogen vom Walde umgrenztes undvon Pfaden durchkreuztes Wiesengelände hin, auf demsich gewalzte Spielplätze und Hürden zum Hindernis-reiten abzeichneten. Dem Schlosse schräg gegenüber warein Wirtshaus, ein Bier- und Kaffeegarcen mit hohenBäumen gelegen, den ein bedächtiger Mann namensStavenüter in Pacht hatte und der an Sommersonntagenvon Ausflügler«, besonders Radfahrern, aus der Haupt-stadt bevölkert war. Den Zöglingen der „Fasanerie" warder Besuch des Wirtsgartens nur unter Aufsicht einesLehrers erlaubt.
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