fertig. Ich verließ sie, ohne es bis zur Abgangsprüfunggebracht zu haben. Ich ging auf die Universität mit demVersprechen, die Prüfung nachträglich abzulegen, aber eswurde dann nichts daraus. Und als mein erster Gedicht-band sehr bemerkt worden war, da schickte es sich auchschließlich nicht mehr, wenn ich so sagen darf."
„Nein, nein ... Aber waren Ihre Eltern denn einver-standen mit Ihrer Laufbahn?"
„O nein, Königliche Hoheit! Ich darf zur Ehre meinerEltern versichern, daß sie durchaus nicht einverstandendamit waren. Ich bin aus guter Familie; mein Vaterwar Oberstaatsanwalt. Jetzt ist er tot, aber er war Ober-staatsanwalt. Er billigte natürlich meine Laufbahn sowenig, daß er mir bis zu seinem Tode jede Unterstützungverweigerte. Ich lebte zerfallen mit ihm, obgleich ich ihnseiner Strenge wegen außerordentlich hoch achtete."
„O, Sie haben es also schwer gehabt, Herr Martini,haben sich durchschlagen müssen. Ich kann es mir denken,daß Sie sich den Wind um die Nase haben wehenlasten!"
„Nicht so, Königliche Hoheit! Nein, das wäreschlimm gewesen, ich hätte es nicht ertragen. Meine Ge-sundheit ist zart, — ich darf nicht sagen ,leidet, dennich bin überzeugt, daß mein Talent mit meiner Körper-schwäche unzertrennlich zusammenhängt. Hunger undrauhe Winde hätte weder mein Körper noch mein Talentüberstanden und haben sie auch nicht zu überstehen gehabt.Meine Mutter war schwach genug, mich hinter demRückeil meines Vaters mit den Mitteln zum Leben zuversehen, bescheideilen, aber hinlänglichen Mitteln. Ihr